Hauptseite -> Altes --> Tauchen ohne Finimetre              Georg Stauch

Querschnitt FinimeterDer Text aus tec@zzz.de erschient mir zu hübsch, als das er nur im Archiv verschwinden sollte!
Besonders, weil er zeigt, daß Taucher sich auch für höhere Dinge interessieren, wie hier die Entwicklung der deutschen Sprache ;-)). Anlass war die Herkunft des Wortes Fini. Die Bilder hab' ich mal zur Anschauung dazugetan

Das Wort Finimeter kommt aus den Kinderschuhen der Taucherei. Diese Kinderschuhe hat irgendeiner in Frankreich vergessen, aber der Geruch umstreicht uns bis heute in verschiedenen Dingen.
Ventil mit Reserveschaltung Vor der (allgemeinen) Einführung des Fini's gab es mehrere Methoden festzustellen, wann der Luftvorrat zu Ende (französisch: "fini") geht. Da sei zum einen mal die Reserveschaltung genannt, die (wenn sie denn funktioniert) den Luftvorrat 50bar bis 40bar vor Ende abzwickt, worauf man irgendetwas ziehen oder drehen muß, um am Leben zu bleiben.
Auch die Methode mit Doppelflaschen (und Altertumsbrücke) sei mal kurz beschrieben:
Man taucht mit einem gebrückten Doppelflaschenpaket mit einem Automaten (kein Fini, kein Rentnerlift, allenfalls eine Plastiktüte zum Auftauchen).
Brücke mit Mittelabgang Diese Brücke steht nicht, wie die heutigen Brücken (z.B. separatable manifold) ständig unter Druck, sondern man kann die Flascheninhalte einzeln sperren. Also: rein ins Wasser, eine Flasche ist zugedreht. Tauchen bis die Backen schmal werden (= offene Flasche nahezu leer). Öffnen der bisher geschlossenen Flasche bewirkt ein Überströmen in die Andere bis zum Druckausgleich. Man hat jetzt als Anhaltspunkt (völlig ohne Fini) die Hälfte des ursprünglichen Fülldruckes. Wieder eine Flasche zudrehen, und getrost weitertauchen, bis sich der Vorgang *dünne Backen* wiederholt. Nochmal überströmen, hat man jetzt noch ein Viertel des Luftvorrates und begab sich gemütlich Richtung Oberfläche. Keine Dekotabelle, kein nix!


Finimetre mit SwivelAlso ist das Wort Finimeter eine aus dem französisch stammende Bezeichnung für ein (erst später allgemein verwendetes) Gerät (-meter), welches anzeigt, wann der Gasvorrat *fini* war.
Komischerweise sagen die Franzosen heutzutage dazu *Manometre*, so wie sich das gehört!
Die Franzosen machen also nicht den Fehler, daß sie Wortstämme -obwohl längst überholt- aus dem Ausland in ihrem eigenen Sprachgebrauch bis in alle Zukunft versauern lassen. Dafür sind wir (Deutschen) ja geradezu ein Paradebeispiel!


Hier hat sich Georg ein bisschen, aber hübsch geirrt. Finimeter war eine Markenbezeichnung von Dräger , die sich dann einfach (überwiegend in D) eingebürgert hat.

Lesen Sie auch:   Finimeter - einmal anders      Finimeter in Wikipedia


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