Altes Tauchen  ->. Altes    -->. Galerie von Kompaktreglern

(2-Schlauch-Automaten), der aussterbenden Spezies ... oder?

Barakuda Colombo CSSR Dacor Dräger Espadon / Tarzan Healthways Heinke
Loosco Mares MEDI / MLW Nemrod Northhill Polen Poseidon Schick
Siebe Gorman La Spirotechnique Sportsways Submarine Prod. Tauchtechnik UdSSR U.S.Divers Viking
Villy Arp Voit            

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Barakuda, BRD

Barakuda-LogoDie BRD-Firma Barakuda hat Kompaktregler von Dräger, Nemrod, Tauchtechnik, ... mit ihrem Label verkauft. Diese Regler werden hier unter ihren Herstellern gezeigt.
Barakuda wurde schon 1949 gegründet (Hans-Joachim Bergann und Dr. Kurt Ristau) und hat die Entwicklung des Sporttauchens in der BRD stark vorangetrieben (Technikvertrieb, Gründung von Tauchclubs, Tauchreisen,...).
Von 1951 bis 62 hatte B. das exclusive Recht, Schwimmflossen nach dem Patent von Corlieu herzustellen und zu vertreiben.
1965 brachte B. den beliebten und sehr robusten 1-Schlauchregler Baramat auf den Markt.
Der Schwerpunkt von B. verlagerte sich dann auf den Betrieb von Tauchbasen weltweit. Der Technik-Vertrieb wurde in den Achtzigern eingestellt. Seit 1996 werden aber wieder Produkte der Marke Barakuda hergestellt und vertrieben.

Nemrod Snark III als Barakuda Monsun2

Colombo, Ringli (Zürich / Schweiz)

Colombo-LogoÜber den sehr schönen Kompaktregler Colombo(matic) aus der Schweiz habe ich nur sehr wenige Informationen. Nach Scubacollector wurde er von der Fa. Ringli in Zürich hergestellt.
Äußerlich ähnelt er dem Royal Mistral von La Sprirotechnique. Das Mundstück ist noch schlanker. Es ist ebenfalls ein einstufiger Regler mit einem sehr smarten und trotzdem soliden Hebelwerk.

Colombo von Ringli, Zürich, Schweiz

CSSR, AV1/Chirana/Saturn

Flagge CSSR und Tschechische RepublikIn den technisch leistungsstärkeren RGW-Ländern DDR, UdSSR, CSSR, VRP wurden in der 50er bis 80er Jahren Kompaktregler für den militärischen, professionellen und sportlichen Bereich hergestellt. Eben wegen des auch militärischen Einsatzes sind technische Informationen darüber schwer zu bekommen. Die euphorische Gläubigkeit an die westliche Technik veranlasste außerdem nach der politischen Wende um 1990 Logo Saturnund damit dem freien Zugang zum westlichen Markt die schnelle Vernichtung von historisch durchaus interessanten technischen Entwicklungen und Ersatzteilen auch in diesem Bereich.
Informationen zu diesen CSSR-Reglern stehen mir also leider nicht zur Verfügung. Bei den Links unten sind einige Infos abrufbar.
SeitenanfangGenauso wie in der DDR gab es in der CSSR aber auch eine sehr aktive und pfiffige Eigenbauszene.

M.Lukas      D.Surani

AV1 und Chirana, CSSR

Dacor, USA

Dacor LogoDie U.S.-Firma Dacor wurde 1953 von Sam Davison gegründet, um Geräte für den neuen Sporttauchmarkt zu produzieren, Schnorchel, Regler, später auch Tauchcomputer und Navigationsgeräte.
Da der U.S.-Markt bei Kompaktreglern durch das Mistral-Patent von Cousteau/Gagnan beherrscht wurde (Lizenzproduktion bei U.S.D., Healthways, Voit, Swimmaster), entwickelte man einen Doppel-Membran-Regler, um das Patent zu umgehen.
Aktuell gehört Dacor, die immer wieder innovative Entwicklungen brachten, zu Mares.

Dacor R2

Dräger, BRD

Dräger-LogoDie Fa. Dräger ist wohl der bekannteste deutsche Entwickler und Hersteller von Tauchtechnik. Bereits 1889 wurde von Dräger/Gerling ein Druckminderer konstruiert.
Ab 1907 lieferte Dräger Tauchretter für U-Boote und war so von einiger Bedeutung für die Flotte des deutschen Kaisers im 1. Weltkrieg.
In den Folgejahren wurden auch schlauchunabhängige Helmtauchgeräte hergestellt.
Ab 1926 produzierte man ein O2-Kreislaufgerät. Dies war wohl auch der Schwerpunkt der Produktion im 2. Weltkrieg.
In den 50er Jahren entwickelte Dräger neben professionellen und militärischen TG in Kooperation mit Barakuda das erste Sporttauchgerät, das Delfin I, ein Kreislaufgerät.

Dräger PA61-2

1954 brachte man dann das erste PTG mit dem Delfin II, einem einstufigen Kompaktregler, der dann durch den PA 60 (siehe Bilder) abgelöst wurde.
1962 kam dann der PA 61/II, ein zweistufiger Regler, der Vorgänger des Duomat.
1968 erschien der bekannte Duomat, ein zweistufiger 2-Schlauch-Regler und auch der letzte dieses Prinzips von Dräger. Danach brachte Dräger auch verschiedene Einschlauchregler (z.B. Secor 200/300) und weitere Kreislaufgeräte auf den Markt.

Espadon / Tarzan, Frankreich

Die französische Fa. Tarzan hat an sich keine große Bedeutung für die Entwicklung von Zweischlauch-Reglern, wäre sie nicht in den 50ern von Georges Beuchat für die Herstellung von Ausrüstungen für UW-Jäger gegründet worden.
Um 1960 ergänzte Tarzan sein Programm durch die Lizenzproduktion des Mistral/Royal Mistral unter der Bezeichnung Souplair. Der U.S. Filmgigant Metro Goldwin Mayers fand dann aber die Verwendung des zugkräftigen Namens Tarzan durch Beuchat nicht so prickelnd.
Beuchat-LogoSo wurde daraus zunächst Espadon Tarzan (dt. Schwertfisch) und später Beuchat.
Technisch sind die Regler von Espadon/Tarzan also mit denen von La Spirotechnique identisch.

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Souplair von Espadon/Tarzan

Healthways, USA

Healthways LogoHealthways war in den 50er Jahren in den USA zunächst Hersteller und Vertreiber allgemeiner Sportartikel (Gründer und Präsident Richard (Dick) Klein). Um an dem Harpunetti-Boom dieser Zeit teilzuhaben, bauten sie 1953 eine Abteilung für Tauchbedarf auf und verkauften u.a. von 1954 bis 1957 den Regler DivAir der Fa. Arpin. Ab 1957 führte H. dann den selbst entwickelten einstufigen Kompaktregler SCUBA ein.
Das Akronym SCUBA stammte aus dem 2. Weltkrieg, wo es Rettungstauchgeräte benannte (Self Contained Underwater Breathing Apparatus). SCUBA gefiel Mr. Klein, er erwarb es als Marke und H. verwendete es künftig in allen Produktnamen. Es gab solche Regler wie SCUBA Star, Scubair usw..
Anfang der 60er Jahre erkrankte Klein und mit H. ging's bergab. 1963 war die Firma bankrott.
Zwei Mitarbeiter, Richard (Dick) Bonin und Gus(tave) de la/Dalla Valle, die schon vorher an einer Profi Line (Scubapro ®) gebastelt hatten, um den Ruf als Billigheimer, der über allgemeine Handelsketten verkaufte, etwas aufzupeppen, erwarben die Marke und Lagerbestände für einen symbolischen Preis.
Damit führten sie die Fa. Scubapro weiter, die schon 1962 als Tochter von H. gegründet worden war. Und die sagt uns ja was.

Healthways Scuba

Bewertung von Healthways SCUBAIR II und SCUBAIR Sonic '300' durch die NEDU

Heinke, Groß Britannien

Heinke-LogoDie Fa. Heinke war wohl für England der gleiche Dinosaurier der Tauchtechnik wie Dräger in Deutschland. Sie wurde schon im 19. Jahrhundert vom Sohn eines preussischen Einwanderers, Charles Edwin Heinke (1818–1869), gegründet. Sein Vater hatte seit 1819 eine Kupferschmiede in London, was sicherlich eine gute Voraussetzung für die Produktion von Tauchhelmen war, denn Charles Heinke brachte 1844 die ersten seiner Helme auf den Markt.
Die Fa. hatte großen Anteil an der Weiterentwicklung der Technik. So verwendete sie Messing statt des bisher eingesetzten weicheren Kupfers und runde gewölbte Fenster, die ohne Schutzgitter auskamen und so eine bessere Sicht für den Taucher gestatteten. Später entwickelten sie eine optimale Helmform, Pearler Style, die auch von anderen Herstellern übernommen wurde.

Merlin von Heinke

Hauptkonkurrent von H. in England war damals schon die Fa. Siebe & Gorman, die ebenfalls Technik für Helmtaucher entwickelte und u.a. ein Auslassventil erfand, das schnellere Auf- und Abstiege ermöglichte.
H. produzierte bis 1961 Tauchhelme aber auch Ausrüstungen für Schwimmtaucher, u.a. auch Kompaktregler. Die Regler waren für den professionellen Einsatz gemacht und sehr solide und robust. Heinke war bei der Entwicklung von Zweischlauchreglern offensichtlich auch innovativ. Z.B. war der Venturi Jet der erste Regler, in dem das Venturi Prinzip in Perfektion realisiert wurde, um die Luftlieferleistung zu erhöhen. Die Fa. Heinke & Co Ltd London wurde schließlich 1961 von Siebe & Gorman übernommen.

Loosco, Niederlande

Loscoo LogoDie Amsterdamer Firma hat um 1960 diese Regler produziert und sich offensichtlich auch sonst mit dem Tauchen beschäftigt (Herausgabe eigener Deko-Tabellen).
Später wurde die Firma in Hoekloos NV (dt: ohne Ecken ;-) umbenannt, was ja gut zu der Ei-Form der Regler passt. Die scheint jetzt zu dem bekannten Gasdistributor Li..e zu gehören (und produziert keine Regler mehr).

Heute gibt es auch noch eine Firma Loosco, die im Bereich der Medizintechnik tätig ist. Ich weiß aber nicht, ob da ein Zusammenhang ist.


(Dank für einen Teil der Bilder an Kees de Ronde)
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Save Dive - genannt das Loosco-Ei

Mares, Italien

Tja, auch Mares ... hat mal Kompaktregler gemacht.
Die Firma Mares Sub wurde 1949 von Ludwig Mares, einem Österreicher, in Rapallo/Italien für den Bedarf von UW-Jägern gegründet. Sie produzierte darum zunächst hauptsächlich ABC-Ausrüstungen. Der Air King (siehe Bild) war dann 1962 ihr erster Regler. Es gab auch noch einen Major Airking und einen B60, bevor die Einschlauchregler das Feld eroberten.
Irgendwie wurde Mares u.a. mit Voit zusammengeworfen und deren Knowhow ging in die weitere Reglerproduktion ein.
Von den Mares-Kompaktreglern hat es wohl nicht allzuviele gegeben, sie sind heute extrem selten (selbst Bilder).

Mares Airking

MEDI / MLW, DDR

MEDI-LogoTauchtechnik wurde in der 1949 aus der sowjetischen Besatzungszone gegründeten DDR (Deutsche Demokratische Republik) in der Firma VEB Medizintechnik Leipzig unter den Marken MEDI bzw. später MLW hergestellt.
Dafür gab es dort allerdings keine direkten Traditionen. Aber der dominierende Hersteller von Tauchgerätschaften in Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg war nun mal Dräger in Kiel gewesen. Und diese Firma war jetzt in der BRD (Bundesrepublik Deutschland), die 1949 aus den Zonen der westlichen Besatzungsmächte gebildet worden und aufeinmal ein anderer Staat war. Die DDR bemühte sich, mal mehr, mal weniger, von der westdeutschen Wirtschaft unabhängig zu werden und wollte/musste weitgehend ohne Importe aus dem Westen auskommenLogo MLW. Dies geschah einerseits aus ökonomischen Gründen, man hatte nicht genug ''harte Devisen'' für den Kauf. Andererseits hatte diese Technik eine gewisse militärische Bedeutung und unterlag damit dem im Kalten Krieg von den Westmächten verordneten Lieferembargo.
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MEDI /MLW
Nemrod, Spanien / Seamless, USA

Logo NemrodEin Jahr vor dem spanischen Bürgerkrieg, also 1935, wurde die Firma in Gerona bei Barcelona, an der Costa Brava, zur Herstellung von Spielzeug gegründet. Als 1941 die Brüder Vilarubbis dort eintraten, kamen Tauchmasken, Schnorchel und Harpunen dazu, später auch Flossen. 1945 meldete man Nemrod als Marke an. Nemrod, der Großenkel Noahs, und ein großer Jäger, war wohl als gutes Omen für die Unterwasser-Jäger gedacht, trotz der Ermordung von 70.000 neugeborenen Jungen und der Errichtung des Turms zu Babel ;-).
1945 begann man mit dem Bau von Lungenautomaten, nicht nach dem Patent von Cousteau, der Nemrod aber trotzdem verklagte, jedoch verlor.
Nemrod wuchs und sicherte sich erhebliche Marktanteile in Europa und vor allem auch in den USA. Dort produzierte ab 1959 die Seamless Rubber Co., Newhaven, Nemrod-Regler in Lizenz (Nemrod by Seamless). Sie wurde übrigens von der Aqualung-Gruppe auch wegen Verletzung des C&G-Patentes verklagt, konnte das aber ebenfalls abschmettern.

Logo Nemrod by SeamlessVon 1966 bis 1981 übernahm die deutsche Metzeler-Gruppe häppchenweise die Firma Nemrod - Metzeler, der auch an Barakuda beteiligt war. Der Vertrieb von Nemrod-Reglern durch Barakuda war also nicht ganz zufällig.
Ende der 80er Jahre wurde die Produktion ganz in die USA verlagert, noch bis 1997 baute man dort den Kompaktregler Snark III. Da damit auch die anderen Wassersportartikel aus der Produktion genommen wurden, starb so die Marke Nemrod nach 52 Jahren.
Der bekannteste und am längsten produzierte Kompaktregler von Nemrod war der Snark III, benannt nach dem Fabeltier Snark aus Lewis Carrolls Märchen ''Die Jagd nach dem Snark" (1876).
SeitenanfangDer Regler wurde in den 50er Jahren von Eduardo Admetlla gemeinsam mit Juan Vilarrubís entwickelt und nahezu unverändert fast 40 Jahre lang gebaut.

Ein Kenner zur Geschichte von Nemrod

Northhill, Garret Corp.

Die Garrett Corp. war der us-amerikanischer Hersteller der Northill-Automaten Air-Lung (2-Schlauch) und Airmite (1-Schlauch).
1954 begann man für die Navy zu produzieren und ab 1955 auch für das Sportttauchen.
Die Firma, gegründet 1936, arbeitet hauptsächlich für die Luft- und Raumfahrt, schluckte aber auch die Northill Company, die Marinetechnik baute.
Die Northill Air-Lung wurde seit 1956 hergestellt und war ein schwerer und solider Regler mit integrierter Reserve und einem Mundstück, das man zwischen "Tauchen" und "Oberfläche" umschalten konnte. Die Navy setzte ihn nur kurz ein, ging dann aber wegen deren höherer Leistungsfähigkeit zu USD-Reglern über.
Nach mehrfachen Umstrukturierungen, Verkäufen,... stellen die Nachfolger von Northill-Garret heute keine Tauchtechnik mehr her und arbeiten hauptsächlich für die Raumfahrt.

northhill-airlung
Polen

Flagge PolensIn der VR Polen gab es nach Ende des II. Weltkrieges, bedingt durch Kriegszerstörungen, Fachkräftemangel und fehlende Traditionen, noch schlechtere Bedingungen für die Entwicklung von Tauchtechnik als in der DDR, aber eine ähnliche Bedarfslage.

In den Feinmechanik-Werkstätten Gdansk (ZMP - Zaklady Mechaniki Precyzyjnej Gdansk) wurden seit Anfang der 60er bis in die 80er Jahre Kompaktregler gebaut, der MORS und der KAIMAN.
Sie wurden dann durch westeuropäische Einschlauchregler abgelöst. Heute scheint es keine eigene Produktion mehr zu geben.

VR Polen

Der MORS wurde 1950 eingeführt und bei der Polizei verwendet. Auch bei Marine und Feuerwehr wurden die Regler bis in die 80er Jahre genutzt. Es waren sehr robuste Teile mit gewebebeschichteten Schläuchen und DIN-Anschluss. Es gab Ausführungen in hochglänzendem und mattem Chrom.

Der KAJMAN wurde 1969 von Lech Suchy entwickelt, um den zweistufigen MORS abzulösen. Dies geschah angeblich auf Basis einer Lizenznahme aus Kanada. So könnte also auch Gagnan an dieser Entwicklung beteiligt sein. Der Kajman wurde dann für das Doppelgerät P22 produziert und auch tiefer als 40 m eingesetzt. Für die militärische Nutzung gab es eine Ausführung mit mattem Chrom, für die zivile eine hochglänzende.

Poseidon, Schweden

Logo POSEIDONDie 1958 gegründete schwedische Tauchtechnik-Firma POSEIDON AB (erst unter dem Namen AQUA-SPORT) ist heute noch für ihre robusten und leistungsfähigen (Einschlauch-)Regler bekannt, von denen der erste schon 1958 auf den Markt kam (Cyklone Junior).
Zuvor hatte der Firmengründer Ingmar Elfström schon 1954 den Tauchklub Poseidon gegründet und dort Einzelstücke von Kompaktreglern für seine Tauchkumpels gebastelt. Aber auch in der Firma scheinen noch Zweischlaucher gebaut worden zu sein. Sie sind aber sehr selten und von Sammlern begehrt. Selbst Bilder davon darf man hier nicht zeigen ;-)
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POSEIDON
Schick, BRD

Die bundesdeutsche Fa. Schick scheint in den 60ern nur wenige Jahre mit Kompaktreglern am Markt gewesen zu sein.
Sie produzierte die 2-Schlauch-Regler Safety Scuba und S.C.U.B.A., von denen ich aber leider keine weiteren Informationen habe.

Schick, BRD

Siebe Gorman, Groß Britannien

Neben La Spirotechnique und Dräger gehört die britische Firma Siebe & Gorman Ltd. zu den europäischen Urgesteinen der Tauchtechnik, aber ähnlich wie Dräger mit den Schwerpunkten professionelle Tauchtechnik und Rüstung. Seit 1819 entwickelte der Exil-Sachse August Siebe (Gorman war sein Schwiegersohn) in England den offenen Helmtauchanzug weiter und präsentierte 1838 einen geschlossenen Helmtauchanzug. Diese Konstruktion wurde über Jahrzehnte in großen Stückzahlen gefertigt und war bis in das 20. Jahrhundert hinein im Einsatz.

Siebe Gorman

In Zusammenarbeit mit Henry Fleuss, einem Offizier der englischen Handelsmarine, entwickelte Siebe-Gorman das erste Sauerstoff-Kreislaufgerät. Das war zunächst als Bergretter gedacht und funktionierte so  unter Wasser genauso wie in nicht atembarer Atmosphäre. Es wurde 1879  in einem Wassertank und später im Meer bis 5,5 m Tiefe getestet.
1904 erhielt Siebe Gorman ein Patent für Oxylite, ein Gemisch, das Sauerstoff abgibt, wenn es mit CO2 oder Wasser reagiert.
1905 entwickelte Robert Davis bei Siebe Gorman den "Davis-Tauchretter" als Retter aus U-Booten.

1942 stellte SG das Salvus ANS Sauerstoffkreislaufgerät vor, das den Atemsack auf dem Rücken hatte .
In den 50er Jahren wurden in Lizenz von La Spirotechnique auch Zweischlauchregler für den Commonwealth produziert, aber nicht in bedarfsdeckender Stückzahl und preislich kaum für den sportiven Bereich.

Nachdem SG 1962 Heinke übernommen hatte, vereinte man die Vorzüge beider Firmen miteinander und entwickelte den berühmten Merlin Mark VI, der weltweit vielgenutzt und auch 20 Jahre von der Royal Navy verwendet wurde.
Um 2000 verschwand SG nach mehreren Umfirmierungen und Verkäufen vom Markt.

La Spirotechnique, Frankreich

cg45-PlaketteFür die Entwicklung von Atemreglern für Schwimmtaucher ist die französische Firma La Spirotechnique historisch wohl die weltweit bedeutendste.
1946 von Mutter Air Liquide, die heute noch industrielle Gase vermarktet, nur zu dem Zweck gegründet, den von Gagnan und Cousteau entwickelten zweistufigen Kompaktregler CG45 herzustellen und zu verbreiten, hat die Firma innovativ weiter Regler herausgebracht und stellt immer noch vielfältige Tauchtechnik her.
1958 löste der berühmteste, weil extrem einfache und robuste Regler "Mistral" den aufwändigen CG45 ab. Mit diesem preiswerten Regler, der in nur einer Stufe den Hochdruck der Flasche auf den Atemdruck runterregelt, ging es auch im Sporttauchbereich sprunghaft vorwärts.

Mistral

Logo La SpirotechniqueMit der Version "Royal Mistral" wurde der Regler 1962 nochmal verbessert, ein leichteres eleganteres Gehäuse, flexiblere Schläuche und ein Mundstück mit Richtungsventilen. Später kamen noch ein Finimeteranschluss und eine DIN-Anschlusswelle dazu.
Der Mistral war der weltweit verbreitetste Regler, wozu auch Cousteaus Filme beitrugen. Er wurde von vielen anderen Herstellern in Lizenz produziert, u.a. auch von U.S. Divers, die den großen Erfolg maßgeblich mit trugen.
Der Regler (produziert bis 1987) wurde sowohl von Sporttauchern als auch professionell und beim Militär eingesetzt, von der Französischen Marine bis 1989.

Für militärische Anwendungen (Training für das Rebreather-Tauchen) wurde noch bis nach 2001 ein Zweischlauchregler für die US Navy gefertigt, der Mentor.
2004 brachte Aqualung, Nachfolger von La Spirotechnique, noch einmal einen Zweischlauchregler aus modernen Komponenten heraus, der bei Nostalgikern nicht soviel, aber bei Fotografen schon Anklang fand, vor allem, weil er mit seinen HD- und MD-Anschlüssen besser in moderner Umgebung zu nutzen ist.

Emile Gagnan, l'ingénieur!Emile Gagnan
war der ingenieuse Geist hinter La Spirotechnique. Er entwickelte im II. Weltkrieg in Frankreich Regler für Holzvergaser, um dem Mangel an Treibstoff abzuhelfen. Und er erkannte die Homologie zu einem Regler für ein Tauchgerät als er mit Cousteau zusammenkam. Dem Gasone, anderen Prototypen und selbst dem CG45 sieht man die Herkunft vom industriellen Gasregler noch an. Aber der einstufige Mistral 14 Jahre später war einfach neu und genial.

Der Mistral lebt von dem Venturi-System, das durch das Anatmen gestartet wird, dann einen fast freien Luftstrom erzeugt, der erst durch den Rückstoß beim Beginn des Ausatmens gestoppt wird. Dieses Prinzip bekam Gagnan schon 1955 patentiert, was anderen Entwicklern das Leben etwas schwer machte. Es wurde von USD und La Spirotechnique auch in weiteren Reglern eingesetzt, u.a. im JetAir, dem Mistral DW und dem Royal Mistral.

SeitenanfangGagnan  reichte das aber nicht. Er wollte unbedingt die tiefenunabhängige Luftlieferleistung des zweistufigen Automaten mit dem geringen Atemwiderstand des Venturi-Systems im einstufigen Regler verbinden. Das ist ihm 1957 mt dem Aqua-Master gelungen.

Sportsways, USA
Sportsways
Submarine Products Inc., Groß Britannien  
Black Prince
Tauchtechnik, BRD Seitenanfang
Passat
UdSSR

Der einstufige Zweischlauchautomat UKRAINA

UdSSR, Sowjetuinion
U.S.Divers, USA

U.S. Divers ist die Sporttauch-Firma des Tauchtechnik-Herstellers Aqua Lung America aus Vista, Kalifornien, der mit Aqualung / Spirotechnique verbunden ist, die wiederum von Air Liquide Frankreich gegründet wurde. Die Gründung von USD (durch den Franzosen René Bussoz) geht auf die Einführung des CG45 in den USA zurück. Zunächst wurden die Produkte von La Spirotechnique hier vertrieben, später entwickelte man modifizierte Versionen und eigene Produkte, auch unter Mitarbeit von Gagnan, der in Kanada lebte.
Mit Healthways, Voit/Swimaster und Dacor wurde USD zu einer der wichtigsten Firmen für das Sporttauchen in den USA.

Zur zeitlichen Einordnung der Regler ist wieder mal die Adressangabe auf den Plaketten gut geeignet: Early Aqua-Lung Identification Plates
1953-56: 1045 Broxton Ave.
1956-59: 11201 West Pico Blvd.
1960-61: 3323 West Delhi Rd.
1962-   :  3323 West Warner Ave.
Aqua-lung U.S.Divers

Der DA Aqua-Master wurde 1958-72 produziert und war wohl der populärste Zweischlauchregler im USD-Programm (über eine Million Stück).

Viking, USA
Christensen Tool
Viking-LogoSeitenanfang
Viking-Norseman
Villy Arp, Dänemark

Dieser wenig bekannte dänische Hersteller baute in den 60er Jahren zunächst Einschlauchregler für VGM nach dem Vorbild des AGA Divator, aber mit einem Injektorrohr, und danach auch einen Zweischlauch-Regler mit prinzipiell dem gleichen Innenleben. Bei guter Einstellung sollen sich die Regler vergleichbar zu anderen Reglern dieser Zeit geatmet haben.
Villy Arp, der 1984 starb, stellte auch andere Ausrüstungsteile für Schwimmtaucher her, wie Flaschenpakete, Brücken und Ventile. Er war Werkzeugmacher und Berufstaucher, tauchte mit seiner Ausrüstung und auch Kreislaufgeräten. Er war DER Tauchpionier für das leichte und Sporttauchen in Dänemark und betrieb auch eine Tauchschule.

Villy Arp III
Voit, USA

Voit-Swimaster-LogoDie Voit Rubber Co. (gegründet um 1930) stellte in den 40er Jahren Gummiwaren, u.a. Flossen und Masken für das Skindiving und Faltenschläuche, her und lieferte auch an Spirotechnique/USD. Man begann dann etwa 1955 bei Voit, dieses Programm mit USD-Reglern und deren Lizenzprodukten zu erweitern und baute schließlich auch eigene Zweischlauch-Regler.  Das waren die 50 Fathom (einstufig, nach einem Patent von Gagnan) und später der Voit Trieste (zweistufig).
Ein Typ der 50 Fathom Regler, der VCR-5 Blue, stach auch dadurch aus dem sonstigen Angebot heraus, dass das Gehäuse schon aus Plastik war. Der 50 Fathom entspricht nicht dem Mistral. Der VCR-2 50 Fathom wurde von 1959-61 produziert und ist der einzige einstufige Regler mit downstream push-pull lever-operated seat design (VCR-5 innerlich gleich). Er atmete sich also schwerer mit abnehmendem Flaschendruck. Dagegen war der Mistral ein upstream Regler, der sich mit abnehmendem Druck leichter atmet.

Voit-Lung

Vom 50 Fathom munkelt man, dass das Venturi-Rohr extra falsch gerichtet wurde, damit sich dieser preiswerte einstufige Regler nicht besser atmete als der zweistufige teure VR-2 Mariner (1956-1959, =USD DA Aqualung), den man noch loswerden wollte.
Voit-AMF-LogoDer R22 Trieste wurde von 1966 bis 1970 produziert. Er war auch ein innovatives Produkt mit integrierter Reserveschaltung, HD- und MD-Port und gehört heute zu den gesuchtesten Sammelobjekten. Mit ihm begann auch bei Voit der Übergang zu den Einschlauchreglern. Der Reglerkörper des R22 wurde lange noch als erste Stufe des Einschlauchreglers R12 Titan genutzt (ab 1967 produziert).
Die Marken Voit, Swimaster und AMF wurden bei diesen Reglern etwas verwirrend eingesetzt, da Voit zunächst 1950 Swimaster kaufte und später von AMF (American Machine & Foundry Corp.) erworben wurde, die dann in den 70er Jahren z.B. auch Mares kauften. So wurde z.B. der Voit MR2 erst der Swimaster MR2 und dann der Mares MR2. Die Reglerproduktion ging nach Italien zu Mares.

 
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