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Eine kleine Pflegeanleitung fuer NC- und Blei-Akkus
, Karl Kramer

Ladegeräte
Die Ladetechniken für NC-Akkus und Blei-Gel-Akkus unterscheiden sich grundsätzlich. Für 'normale' Blei-Akkus (Auto-Batterien) sind die hier gegebenen Tips auch anwendbar. Beide Akkutypen sollten prinzipiell nicht mit einem Netzgerät geladen werden, da die Gefahr einer unkontrollierten Ladung sehr groß ist.

Ladung von NC-Akkus
NC-Akkus werden mit konstantem Strom geladen. Glättungkondensatoren sind nicht notwendig, es kommt nur auf den 'konstanten' Effektivwert an. Die NORMALLADUNG dauert 14 Stunden bei einem Ladestrom von i/10 (Bsp. Mignonzelle mit 500 mAh: 14 Stunden mit 50 mA). Eine Überladung mit i/10 wird seitens der Hersteller mit mindestens 300 Stunden als unbedenklich angegeben, in der Praxis wirken sich auch längere Ladezeiten nicht negativ aus, sollten aber vermieden werden (insbesondere bei NC-Akkus mit Masse-Elektroden). Die Erhaltungs- oder PUFFER-LADUNG (d.h. zulässige unbegrenzte Dauerladung) sollte max. bei i/30 bis i/20 liegen (bsp. Mignonzelle mit 500 mAh: bei 16-25 mA). Für Knopfzellen mit Masse-Elektroden gilt als Erhaltungsstrom i/100. Die SCHNELLLADUNG (nur bei Sinterzellen) birgt die Gefahr der Überladung und der evtl. Gasung. Es sollte darauf geachtet werden, daß der Akku nur bis zu seiner Nennkapazität vollgeladen wird. Zweckmäßigerweise wird der Akku vor der Schnelldadung auf 0.8 bis 0.9 Volt Zellenspannung entladen.
Die Ladezeit (in Stunden) läßt sich durch die Kapazität (in mAh) dividiert duch Ladestrom (in mA) mal 1.4 errechnen : T=(K:I)*1.4 . Durch die Schnelladung erreicht der Akku zwischen 85 und 95% seiner Nennkapazität. Durch ene anschließende 1.5 stündige Normalladung erreicht der Akku seine Nennkapazität. Ist der Akku NICHT LEER und soll trozdem schnellgeladen werden, so ist die Ladezeit auf die dem Akku entnommene Kapazität zu errechnen. Alle o.g. Angaben gelten für 20° Celsius, bei davon abweichenden TEMPERATUREN gestaltet sich das Laden schwieriger. So erreicht der Akku bei -10°C bereits bei Normalladung mit 14 Stunden eine kritische Zellenspannung von 1.6 V, bei der die entstehende GASUNG duch das SICHERHEITSVENTIL entweicht. Ein geringerer Ladestom ist daher bei tieferen Temperaturen angebracht, empfohlen wird max. 0.5*i/10 und eine Begrenzung der Zellenspannung auf 1.55 Volt pro Zelle. Bei höheren Temperaturen z.B. bei 40°C, entsteht bei Normalladung bereits nach 75% aufgeladener Kapazität die Überladephase (hierbei wird durch den Gaskreislauf (elektrochemischer Ladungsprozess) die Ladespannung herabgedrückt, anstatt - wie üblich - gegen Ladeschluß heraufgesetzt, wobei die weiter zugeführte Energie in Wärme umgewandelt wird. Ein Laden mit höheren Strömen ist daher bei höheren Temperaturen empfehlenswert, da die Überladephase erst später beginnt. Da bei der Ladung prinzipiell ein Anstieg der Temperatur und der Ladespannung, Ausnahme: Ueberladung + Wechsel der Zellentemperatur, zu beobachten ist, ist bei der automatischen Abschaltung des Ladevorganges der Abschaltspannungswert fuer jeden Typ, jede Umgebungstemperatur und fuer jeden Ladestom zu ermittlen. Desweiteren sind auch Akkubloecke von einem Hersteller untereinander unterschiedlich und aendern sich zusaetzlich altersbedingt. All dies wurde bei fast allen in den letzten Jahren in CQ-DL und FUNKSCHAU veröffendlichten automatischen-spannungsfühlenden-Ladeschaltungen NICHT berücksichtigt. Besser als eine automatische Abschaltung über den Spannungswert bei anliegendem Ladestrom (Die Spannung nach einer (auch nur kurzzeitigen, winzigen) Entladung ist jedoch ein brauchbarer Parameter (Vorsicht, leider auch temeraturabhängig)) ist die Abschaltung über einen Temperaturfühler (ptc- oder ntc- Widerstand. Bei Schnelladung jedoch ist der Temperaturanstieg nur bei einigen Zellen (z.b. Sanyo 'Cutoff') so linear, dass er als Abschaltparameter herangezogen werden kann. Als am sichersten erwiesen sich aus o.g. Gruenden Automatikladegeraete, die den Ladevorgang durch eine Zeitschaltuhr unterbrechen. Auch an eventuelle Stomausfälle denken. Akkus vorher (auf ca. 0.9 Volt pro Zelle) entladen (dann weiß man, wie lange man laden muß). Die Mindestspannung beim Laden beträgt 1.45-1.5 Volt pro Zelle, entspechenden Trafo kaufen, an Spannungsabfall im Regler denken, Bei stomgeregelten Ladegeraeten, insbesondere bei Kombiladern fuer 1-12 Zellen liegt die Leerlaufspannung zum Teil erheblich hoeher, der vom Akku benoetigte Spannungswert stellt sich jedoch waehrend des Ladevorganges automatisch ein.

Ladung von Blei-Gel-Akkus
Blei-Gel-Akkus werden mit konstanter Spannung geladen. Glättungs-Kondensatoren sind nicht notwendig, es kommt auf die (Spitzen-)Spannung an. Autobatterieladegeraete sollten aufgrund der in (der Regel) zu hohen Ladespannung nicht zum Laden benutzt werden. Bei einer Ladetemperatur von 20°C betraegt die Ladespannung 2.3 Volt pro Zelle (bei 6-Volt Akkus also 6.9 Volt und bei 12-Volt Akkus 13.8 Volt). Bei -20 Grad C sollte die Ladespannung auf 2.56 Volt pro Zelle angehoben werden, bei +40 Grad C dagegen auf 2.2 Volt pro Zelle abgesenkt werden. Bei diesen Spannungen nimmt der Akku anfangs so viel Stom auf, wie ihm zur Verfuegung gestellt wird. Der Strom sinkt im weiteren Verlauf kontinuierlich ab, bei einem Ladestom von ca. i/100 ist der Akku voll und nimmt nur noch den Ladeerhaltungsstom auf.
Im BEREITSCHAFTS-PARALLELBERIEB liegt die Erhaltungsspannung bei 2.25 bis 2.3 Volt pro Zelle, auf diese Spannung schalten diverse Automatikladegeraete um. Die Ladezeit (in Stunden) laesst sich durch die entnommene Kapazitaet (in Ah) dividiert durch Anfangsladestrom (in A, den das Ladegeraet zu Verfuegung stellen kann) plus 3 bis 5 errechnen: T=(K/I)+3 bis 5 (plus 3 bei einem Anfangsladestrom von K/10, plus 5 bei K/5) (bei 20 C).
SCHNELLADUNGEN erfolgen mit max. 2.4 Volt Zellenspannung bei 20 C. Ab 2.4 Volt Zellenspannung muss auf Ladeerhaltung umgestellt werden. Zu deutsch: Dem Akku wird der Maximalstrom des Ladegeräts zur Verfügung gestellt. Sobald die Zellenspannung 2.4 V erreicht ist, wird umgeschaltet auf Erhaltungsladung mit 2.25-2.3 Volt pro Zelle. Sollte der Akku gasen (z.B., weil die Temperatur ansteigt und somit nur eine niedrigere Ladespannung erforderlich ist), so ist die Ladung zu unterbrechen (bis die Akku- oder Umgebungstemperatur gesunken ist) oder die Ladespannung zu senken.


Ladung von 'normalen' Blei-Akkus
Siehe Blei-Gel, nachfüllen von dest. Wasser nicht vergessen.

Allgemeine Tips (NC-, Blei-, Blei-Gel-Akkus)
Parallelschaltung von Akkus : vermeiden!
Tiefentladung sowie Ueberladung: vermeiden!
Gedächtnis-Effekt: Werden Akkus über längere Zeit nicht oder nur teilweise entladen, sinkt ihre Kapazität ab.
Abhilfe: gelegentliches Entladen auf die Entlade-Schlußspannung: 1.75 Volt pro Zelle bei Blei-(Gel)-Akkus 0.9 Volt pro Zelle bei NC-Akkus.
Formatieren: Mehrfaches (3 bis 5 mal) normal-laden + entladen, wegen des Gedächtnis-Effektes.
Defekte Akkus: (jede Zelle einzeln behandeln)
Leer, Zelle kommt bei Ladung nicht auf Spannung - Strom langsam erhöhen (bis 20*i), aber auf Spannung, Temperatur, Gasung achten : rechtzeitig abbrechen. sobald die Zelle 'kommt' : auf Normalladung übergehen.
Leer, Zelle hat hohen Innenwiderstand/ voll, Zellenspannung bricht bei kleinster Last zusammen: - abwechselnd laden + entladen (kleiner Lade- + kleiner Last-Strom) (z.b. 1e Halbwelle laden, 1e Halbwelle entladen, zulässige Parameter einhalten !)
Im Erfolgsfalle: Zelle formatieren.
Sonst : als Sondermüll entsorgen !

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