El Quseir, Mangrove Beach                     Diskussion

Anfang März 2001 haben meine auch tauchende Frau und ich uns aus Arbeitsstreß und Matschwetter für eine Woche in Klausur nach Ägypten zurückgezogen. Da wir Sharm el Sheik schon kannten, öfter schon in anderen arabischen Ländern waren und schon viel über Hurghada in d.r.s.t. gelesen hatten, wußten wir prinzipiell, was uns erwartet. Nachdem Hurghada-Airport mit stoischem Gleichmut überstanden war, schaukelte uns TUI (für 1350DM/Woche/Person ÜHP) mit klimatisiertem Mercedes-Kleinbus mit nur noch einer weiteren Familie in etwa 3h nach El Quseir bzw. in das noch dahinter liegende Mangrove Bay Ressort (sehr gesittete angenehme Fahrt am Mövenpick und Utopia vorbei).
Das Hotel liegt herrlich einsam (keine Basare, 3 Seiten Wüste & 1 Seite Rotes Meer) etwa 20km südlich von El Quseir, das auch nur ein kleines verschlafenes nichttouristisches Städtchen ist, das wir aber nur bei Hin- und Rückfahrt berührt haben. Das Hotel besteht aus dem Hauptgebäude mit Restaurant, vielen Bungalows, der Tauchbasis und einem Generatorhaus. Alle Lebenselixiere, Wasser, Essen und Diesel, werden mit LKWs angeliefert. Die Anlagen zwischen den Bungalows sind sauber und ordentlich, floristisch aber sehr spartanisch (Wassermangel) und erinnern mehr an einen Steingarten ohne Garten. Ich halte das allerdings für vernünftiger als die paradiesische Kunstlandschaft z.B. im Mövenpick in Sharm. Leider wurden aber die wenigen Pflanzen doch akribisch mit Wasser versorgt, dem Abwasser aus der Sickergrube, was zu bestimmten Tageszeiten das Fliegenaufkommen kurzzeitig etwas anschwellen ließ (ging aber noch!).
Bungalows, Restaurant und Essen waren ausreichend bis gut, wir waren leider durch Sharm etwas verwöhnt. Durchfall packte jeden mal, die gänzlich andere Keimflora trägt daran bestimmt mehr Schuld als irgendwelche hygienischen Versäumnisse. Es traf Rohgemüseverächter und Allesfresser gleichermaßen.
So kitschig sah es wirklich aus!Das Hotel war in dieser Jahreszeit gästemäßig angenehm unterbesetzt (etwa 60%?), Haupteil Deutsche, dann Italiener, Briten,... Es herrschte überall Ruhe und Ausgeglichenheit (außer in der Nähe des Generatorhauses ;-)) Der immer gleiche Tagesablauf von Frühstück, Tauchen, Imbiß, Mittagschlaf, Tauchen, Abendessen, Schwatz mit den Nachbarn, 10h Schlaf, wurde nur ab und zu mit einem Nachttauchgang ergänzt und trug erheblich Erholungswert in sich. Es soll aber schon nichttauchende Familienmitglieder gegeben haben, die schreiend in die Wüste liefen und nicht mehr gesehen wurden ;-))) Chacun à son gout!
Wir haben aber auch mit Leuten gesprochen, die nur zum Schnorcheln dort waren und sich im Bereich der Bucht und des Hausriffs ausgesprochen wohl gefühlt haben.
Ja übrigens, ein Pool ist da, an dem aber niemand um Liegen kämpfte. Animation gibt es keine, wenn man von einem Wasserpfeifenzelt, dem Grillenkonzert und der immer neuen Vorführung von Sonnenuntergängen absieht.
Unser Hauptvergnügen war natürlich das Tauchen, wofür wir von der Basis her ideale Bedingungen vorfanden (Wir hatten vorher schon viel Positives gehört!). Der Tauchbetrieb ist so organisiert, wie ich mir das an allen Urlaubsbasen vorstellen würde. Nach einem Checktauchgang hat man täglich folgende Möglichkeiten: Entweder man nimmt am Tagesausflug mit dem Boot teil (Anmeldung am Vortag, ein oder mehrere Boote nach Bedarf, soviel Platz an Bord hatte ich noch nie) oder man trägt sich in eine TG-Liste ein, schnappt sich eine Pulle (10- und 12-l-Alu) und geht ins Hausriff oder läßt sich mit dem Schlauchboot ein paar hundert Meter wegbringen und taucht zurück oder läßt sich nach vereinbarter Zeit wieder irgendwo einsammeln (Das klappte!). Oder man taucht garnicht oder geht schnorcheln. Abends kann man noch am Nacht-TG teilnehmen (allerdings nur im Hausriff bis 10m). Abgerechnet wird zum Ende anhand der Listen, auch das klappte 100pro, wie ich mißtrauischer Buchhalter bestätigen kann. Man kann also wirklich frei entscheiden, wann und wie man tauchen geht.
Die rücken einem nachts auf die Pelle!
Ins Hausriff gelangt man über den Steg, auf dem vorn die Flaschen stehen und an dem auch die Boote anlegen. Das Schlauchboot mit einem schüchternen Boy wartete dort den ganzen Tag, ob nicht jemand Lust hätte. Das Hausriff ist bis zum 10-m-Bereich sehr interessant und vielfältig und lohnt einige TG, vor allem, wenn man mit Hilfe des Schlauchbootes von verschiedenen Punkten zurückkommen kann.
Beim Ranschleppen des Gerödels hilft das kleine Eselchen mit seinem Wagen. Nach dem TG gibt's ein Süßwasserbecken zum Spülen und einen großen luftigen Schuppen, wo der Wüstenwind die Anzüge wieder prima trocknet.

Die Bootstauchgänge sind natürlich wetterabhängig, und genau das war unser einziges Problem. Wegen starkem Wind konnten viele Außenriffplätze und vor allem die Ergs nicht angefahren werden. Und selbst an den "ruhigen Plätzen" machte die Einstiegsleiter manchmal einen Hub von 1,5m ..... lustig! Leider war in den Außenbereichen durch die Dünung die Sicht auch sehr schlecht. Erst im April soll der Wind erträglicher werden, also beim nächsten Mal später hinfahren! Es kann natürlich auch mit diesen Bedingungen zusammenhängen, aber auf dem Sinai in Sharm (Dort waren wir im Februar 2000) erschienen uns Flora und Fauna reichhaltiger und vielfältiger.
Basisgebäude mit BistroLuft- und Wassertemperaturen waren um diese Jahreszeit sehr angenehm, etwa 25°C am Tage und 15°C am Abend und 22°C im Wasser. Wir sind vom Boot mit 5-mm-Naßanzug getaucht und im Hausriff auch schon mal mit 3-mm-Shorty. Einen Pullover für die Abende und das Boot sollte man aber schon mitnehmen. Wer empfindlich ist, sollte auch was gegen Seekrankheit dabei haben, bei den Bootsfahrten schwebte man relativ häufig über den Planken.

Die Basis ist eine Zweigstelle vom Duck's Dive Center und wird kompetent, freundlich und ruhig von Essam Hassan geleitet, einem Ägypter, der perfekt deutsch spricht. Er hat einheimische und deutsche Guides, die allesamt freundlich und treusorgend waren, aber auch mal weggeguckt haben, wenn man was Eigenes vorhatte ;-)). Die Preise waren im Rahmen (420DM für 12 TG, Nacht-TG extra), vorbuchen per Mail hatte sich günstig ausgezahlt.
Über die Leihausrüstungen und die Ausbildung kann ich nichts sagen, wir waren versorgt.

Alles in allem ein ruhiger und erholsamer Zwischenurlaub, ohne große Höhen aber auch ohne Streß und Enttäuschungen!


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