.Altes Tauchen -> Reisen --> Malediven - Januar/Februar 2010
     
Bootstour mit der Hammerhead II

Route des Bootes              Route in Google Earth                            (Download von Google Earth)
Flagge der Malediven

Reif für die Insel

Neue Moschee

Nach unserer Reise von 2004 (je 1 Woche MY Dorado und Insel Lohifushi), die eigentlich schwer zu toppen war, überredete mich Bernd, ein Tauchfreund, noch einmal eine Bootssafari in den Malediven zu machen. Wir waren also Ende Januar/Anfang Februar 2010 auf der Hammerhead II unterwegs. Mich reizten auch die zwei Wochen nur Boot, da mir das Tauchen unter den seltsamen Bedingungen auf der Basis von Lohifushi nicht behagt hatte und ich erwartete, dass das Boot in zwei Wochen weiter herumkommen würde als damals.
Die Buchung der Reise lief ohne Probleme und nur auf elektronischem Wege über Charlys Tauchreisen (2.819,00 Euro inkl. Rail&Fly, RRV, Tauchen).

Die An- und Abreise
Der Flug ging mit Emirates von München über Dubai nach Male (9:45 h), wobei die diesmal wirklichen Winterbedingungen in D vorab meine Besorgnis erregten. Aber alles ging gut, nur die Abflugzeit verschob sich wegen eines technischen Defektes um nahezu drei Stunden, wodurch unsere Umsteigezeit in Dubai auf eine Stunde zusammenschmolz, was Bernds Koffer zum Verhängnis wurde. Er kam nicht mit in Male an, erreichte uns aber per Boot nach etwa 2 Tagen doch noch, gut organisiert! Bernd tauchte solange mit den redundanten Sachen der anderen, no problem also.
Ich hatte diesmal auf Ultraleicht-Gepäck gesetzt (da frauenlos ;-)), einschließlich Tauch-Gerödel nur 20 kg.  Emirates lassen zwar kundenfreundliche 30 kg zu, mein Zubringer mit Lufthansa war aber auf 20 kg beschränkt. Ich hatte weder Tauchgepäck noch Tauchlampe angemeldet, die als LED-Lampe demontiert im Handgepäck war, und damit gab's keine Probleme. Seit der letzten Reise nach Griechenland/Zakynthos war ich ja zu Kreuze gekrochen und habe auf meinen Bleigelakku verzichtet, der jedes Mal die interessantesten Diskussionen bei den Sicherheitskontrollen hervorrief. Bernd ist mental noch nicht so weit und durfte seine Bleigelakkus wieder ausführlich dem interessierten internationalen Publikum vorführen ;-).
Dass die Tauchlampen-Problematik noch immer nicht alle stickstoffgesättigten Tauchergehirne erreicht hat, zeigte sich übrigens auf dem Rückflug, wo sich eine Tauchlampe im Handgepäck selbst einschaltete und das Gepäckfach entzündete, was glücklicherweise rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden konnte.

Emirates erwiesen sich (wieder), bis auf die kleinen Sitzabstände, als noch relativ kundenfreundliche Fluggesellschaft, bei der es Kissen, Kopfhörer, essbares Essen, Wein, Bier und Service-Personal genug gab. Jeder Passagier hatte seinen individuellen Bildschirm, wo er aus einem großen Unterhaltungsangebot wählen konnte (abschalten auch möglich :-)).
Dubai zeigte uns leider nur beim Rückflug von Ferne seine neue Errungenschaft, den höchsten Wohnturm der Welt, sonst aber etwas fremdartige Wohnlandschaften von oben, die verschwenderisch beleuchtet waren. Aber ein ausführlicher Bummel im Flughafengebäude ist schon zu empfehlen.

In Male wurden wir von unserem Guide Adriano empfangen, und die 13-köpfige Gruppe für die Hammerhead II konstituierte sich langsam aus verschiedenen ankommenden Fliegern. Sie bestand aus einem großen Teil alter Herren, der älteste immerhin 75 Jahre alt, nur zwei Damen und wenigen mittelalten Tauchern. Die Kerntruppe der alten Herren kommt schon seit etwa 30 Jahren regelmäßig auf die Malediven und konnte entsprechend interessant erzählen.
Auf dem Boot fuhren zwei Tauchguides mit, Adriano, der im Sommer in Kroatien eine Tauchbasis betreibt und auch schon viele Jahre Erfahrung auf den Malediven hat, und Robert als einheimischer Guide.
Beide erwiesen sich als kameradschaftliche und kompetente Begleiter unserer kleinen Truppe.

Beim Verlassen des Flughafens bemerkt man übrigens gegenüber 2004 eine deutliche Entwicklung bei der Modernisierung des Flughafens und dem Bau neuer Häuser und Industrieanlagen in der Umgebung.

Das Boot
Direkt vom Ausgang des Flughafens ging's (wie fast schon gewohnt) mit dem Dhoni, dem ständigen Trabanten unseres Bootes, zur Hammerhead II, die auf der Reede von Male lag.
Das Boot ist eines der immer weniger werdenden kleinen Vertreter der Safariboote in traditioneller hölzerner Bauweise. Es hat sieben Doppelkabinen, ohne Klimaanlagen aber mit eigener Toilette und Dusche. Auf dem Vorderdeck ist eine bequeme Sitzecke für alle Teilnehmer zum Essen und Klönen, mit Sonnensegel und nach Bedarf mit Windschutz. Aber auch in der hinteren Kabine finden bei schlechtem Wetter alle Platz. Auf dem Vorderdeck   oder dem Sonnendeck kann man sich grillen oder Sachen zum Trocknen aufhängen.
Der Erhaltungszustand des Bootes ist äußerlich verhältnismäßig gut, die Einbaumöbel sind allerdings teilweise beschädigt (defekte Türen und fehlende Fächer), und bei (seltenem) Regen läuft das Wasser in die Kabine.
Einige haben nachts auf Deck auf vorhandenen Matratzen geschlafen, unter frischer Luft und dem Kreuz des Südens. Das bedurfte skurriler Konstruktionen, um den Wind abzuhalten, wir nannten die Schläfer die Obdachlosen. Da das Wetter nicht so heiß war und immer Wind ging, war guter Schlaf aber auch in der Kabine möglich, wenn der Mitschläfer nicht gerade Bäume zersägte ;-).
Das begleitende Dhoni  trägt die gesamte Tauchausrüstung und den Kompressor. Wenn der läuft, hält es sich in einigem Abstand auf, so dass von dem Lärm nur die drei Mann Besatzung taub werden. Es gab 12-l- und wenige 15-l-Stahlflaschen und auf Wunsch Nitrox für 50 € die Woche zusätzlich. Wenn man 15 l möchte, sollte man das vorher bestellen. Ich hatte das Glück, eine zu erwischen, und konnte damit immer dem Ende des Tauchgangs, der meist auf 45 oder 60 min limitiert war, entspannt entgegensehen. Die Flaschen haben DIN- Anschluss, INT-Adapter sind vorhanden. Sie waren immer mit reichlich 200 bar gefüllt und blieben zum Füllen gleich am Jacket.
Die Jungs der Besatzung auf dem Boot und dem Dhoni, die übrigens gar nicht alle von den Malediven stammen, sondern auch aus Sri Lanka oder Bangladesch (arbeiten die noch preiswerter?), waren wieder von großer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Wenn wirklich mal was kaputtging, wurde sofort und mit Einfallsreichtum repariert, so dass es erstmal weiterging.
Tja das Essen, ach ich sch...verwöhnter Westeuropäer!
Es war überwiegend wohlschmeckend und immer in reichlicher Menge, aber manchmal hätte ich mir schon ein neues Gericht oder ein Süppchen oder mal wieder frischen Fisch oder weniger aus der Dose gewünscht ... und nicht wieder Weißkrautsalat ;-). Der Koch auf der Dorado hatte uns wohl verwöhnt.

Das Tauchen
Bequemeres Tauchen als von einem maledivischen Safariboot gibt es eigentlich nicht. Man latscht nach dem Briefing in Badehosen auf das Dhoni,  schmeißt sich in die bereitliegende Ausrüstung während das Dhoni zum Tauchplatz fährt und lässt sich nach Erkundung der Strömung über Bord fallen.
Ich hatte dieses Jahr versucht, meine Ausrüstung stark zu minimieren. 3-mm-Shorty, mein Reisejacket nur aus Plastiktrage und Wingblase mit Tasche für Boje und NICO, Schwimmbad-Flossen und mein leichter fünfzigjähriger Kompaktregler Royal Mistral (allerdings für Inflator, Fini und Oktopus zur Beruhigung des Guides mittels T-Stück ergänzt um einen 1-Schlauch-Zweitregler) führten mit der 15-l-Stahlflasche zu nur 1 kg Ballast-Blei. Das machte  ein herrlich leichtes und freies Tauchen möglich. Den Shorty würde ich aber beim nächsten Mal durch einen Anzug mit langer Hose ersetzen; die blutenden Kratzwunden aus dem Riff haben allerdings kaum Haie angelockt ;-).
Wir hatten diesmal deutlich öfter und stärkere Strömungen als 2004, die Schwimmbadflossen hielten mich aber mühelos in der Gruppe, wenn ich das wollte. Damit war ich auch nicht der Einzige.
Der Kompaktregler verbannte die Blasen hinter mich, was ich nicht mehr missen möchte. Ich habe die alte Technik diesmal erstmalig über den gesamten Bootsurlaub eingesetzt und kann nur jedem dazu raten, der sowas auch noch einsatzfähig hat.

Unser Boot, die Hammerhead II
Dhoni fährt zum Nachttauchgang, Klick vergrößert
Briefing an unserem Lieblingsplatz
Erschöpfung

Muräne, Klick führt auf eine Bildergalerie!

Klick auf die Muräne
führt auf eine Galerie von UW-Bildern
Fische auf dem Trockenen
Es gab eigentlich nur vier Typen von Tauchgängen:
- mit der Strömung an einer Steilwand entlang,
- um einen großen Unterwasserfelsen (Thila) herum, u.U. nur U-förmig und auf anderer Tiefe wieder zurück, wenn die Strömung es nicht anders zuließ,
- durch einen Kanal (Durchbruch im Atoll) vom Innen- zum Außenriff und dann an dem entlang oder
- durch einen Kanal vom Außen- zum Innenriff.
Am Ende setzte man die Finger-Boje, machte den Sicherheitsstopp und ließ sich vom Dhoni einsammeln.
Die Tauchzeit war je nach Strömung auf 45 oder 60 min begrenzt, 30m sollten nicht unterschritten und Deko vermieden werden. Jeder hatte eine Boje und ein NICO-Signalschussgerät ( vom Veranstalter bereitgestellt) dabei. Was sollte also passieren? Entsprechend entspannt gingen unsere Guides das auch an. Nach anfänglichem Begucken konnten die Grüppchen eigenständig tauchen. Wer aber wollte, folgte dem immer mittauchenden Guide. Unser Altersstarrsinn führte nur selten zu Eingriffen durch sie, vor allem beim Angrapschen und bei Vordrängeleien beim Begucken von Großfauna ;-).
Die wirklichen Einwohner von Male ...
Wir hatten Haie, Rochen, Schildkröten, nicht immer in der beim Briefing prophezeiten Anzahl und Größe ;-), einmal von weitem und kurz einen Walhai und vor allem herrliche Korallengärten und Steilwände (und auch manchmal Korallenbruch-Halden).
Wegen diesem Tauchen hatten wir den weiten Weg gemacht und werden in Schneematsch und Schmuddelwetter, bei Rentenverzehrung oder Arbeitsstress (eine Weile) davon zehren!
Ganz nett waren auch die kleinen Ausflüge auf die Inseln der Einheimischen und der abschließende Bummel durch das hektische und auspuffstinkende Male. Wie schön war danach wieder unsere Hammerhead.

Das Fazit
Die Unterwasserwelt scheint sich seit 2004, was die Korallen und kleinen Fische betrifft, weiter erholt zu haben. So schöne Korallengärten sahen wir damals nicht.
Eine Tauchreise mit dem Boot ist auf den Malediven auf jeden Fall die beste und bequemste Möglichkeit, möglichst verschiedenartige und interessante Tauchplätze kennen zu lernen. Die Reise war insgesamt ein wunderschönes Erlebnis. Die Truppe an Bord war lustig, und trotz immer noch  schwärenden Ossi-Wessi-Gegensätzen und vereinzelten individuellen Eigenheiten harmonisch und überwiegend kameradschaftlich.
Organisatorisch ging alles erstaunlich glatt.
Mäkeln würde ich nur etwas am Essen (s.o.) und an der Route. Wir sind in 14 Tagen praktisch den gleichen Weg gefahren wie 2004 in einer Woche. Ich hätte gedacht, in zwei Wochen etwas weiter nach Süden oder Norden vordringen zu können, um Unbekanntes zu sehen. Naja, vielleicht haben das Wetter (fast immer starker Wind und kühl) und ein leichter Unfall, der uns zu einigen Umwegen zwang, zu der kurzen Route beigetragen.

Altes Tauchen -> Reisen --> Malediven 2010/Hammerhead

Letzte Änderung: 20.05.2014

p.s.

Hurra, es gibt wieder Weißkrautsalat!! Hurra, es gibt wieder Weißkrautsalat!!

 

 

Aus dem Bild entstand der Hintergrund dieser Seite.

 

Fischli