Thailand - Kao Lak
High Class Adventure Diving - Februar 2003

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Tauchplätze in Thailand"Nach Khao Lak wollen Sie, sind Sie sicher? Da is' doch nix los, gehen Sie lieber nach Koh Samui, Phuket oder Ph Phi, da ist das Leben!", sagte das Mädelchen im Reisebüro.
Aber wir blieben stur, wir hatten uns umgehört (Archiv von d.r.s.t., Reiseforum und Basenberichte bei taucher.net,...). Nach mehrmals Ägypten wollten wir's mal richtig warm haben im Winter. Ägypten war schön gewesen, aber doch mit heftigem Wind und kühlem Wasser um diese Jahreszeit. Und wir schätzen eine ruhige Umgebung, in der es noch ein paar richtige Einheimische und lokales Leben gibt. Deswegen hatten wir diesmal auch Thailand den Malediven vorgezogen, die wir auch noch nicht kennen, wo wir aber doch ein Touristenghetto befürchten.
Also gut, auf nach Thailand! Und weil's so weiiiit ist, ein paar Tage länger als die sonst übliche Woche. Da wir aus dem Backpack-Alter 'raus sind und sich im Terminkalender nur mühselig genau diese 10 Tage freischieben ließen, vertrauten wir uns für 1600 EUR pP wieder der großen T.. mit Komplettlösung (Flug&Hotel) an. Buddah war uns gnädig!

Wie kommt man da hin?
Natürlich mit dem Flieger (neudeutsch für Flugzeug), aber erstmals in summa 13 Stunden in der Luft von Dresden via München und Bangkog nach Phuket, dann nochmal 1h mit dem Auto nach Norden bis Khao Lak.
Thai Air will Kopien unserer Tauchbrevets sehen, um 10kg zusätzliches Freigepäck zu akzeptieren. Mein dicker Bleiakku interessiert diesmal niemanden, der 11. September ist schon wieder eine Weile her. Thai Air überschwemmt uns förmlich mit seinem Service, man könnte unausgesetzt trinken (auch Alkoholika)  und essen, es gibt Kissen und Decken, heiße Waschlappen,... und routiniertes Lächeln.
Auch ohne Stützstrümpfe gegen Sitztrombosen landen wir perfekt in Phuket und werden von der Tropenschwüle mit 35°C fast erschlagen, die wir aber ziemlich schnell wegstecken, weil in Küstennähe immmer ein schöner Wind weht. Die 6h Zeitunterschied machen mir länger zu schaffen und die Klimaanlagen in Kleinbus und Hotelzimmer, die einem ihre 22°C brutal durch die Nebenhöhlen blasen.
Sogar unsere Koffer sind diesmal mit uns gelandet, nicht erst 2 Tage später, wie wir's auch schon hatten.

Ort, Gegend, Menschen, Umstände,...
Khao Lak hält gerade noch das, was wir uns versprochen hatten. Es besteht eigentlich nur aus ein paar Häusern links und rechts der Fernverkehrsstraße Nord-Süd, dem Militärstützpunkt, einem Ambulatorium und dem gut geschützten Hafen, in dem noch größere Fischerboote liegen. Die kleinen long tail boats mit ihren skurrilen Motoren der einfachen Fischer findet man die ganze Küste entlang. Am Strand sieht man schon moderne Hotelkomplexe aber auch noch preiswerte Hüttensiedlungen. Die Hotels sind angenehm flach gehalten (dürfen angeblich nicht höher als die Kokospalmen aufragen) und wurden oft in Form von Hüttensiedlungen gestaltet, die sich gut in die Landschaft einpassen.

Die Haupt- und einzige Straße von Khao Lak Das ist schon die Flaniermeile von Takuapa, 20km weiter nördlich Buddah-Tempel kurz vor Takuapa

Die Hotels und Bungalowsiedlungen sind in einem Bereich von etwa 10km noch sehr locker um Khao Lak verteilt, wie auf dem Stadtplan zu erkennen. Wir sind einmal vom Zentrum zu unserem Hotel Theptharo am Strand entlang gelaufen und haben immerhin 1,5h gebraucht. Was Khao Lak als Touriort prädestiniert, sind die langen schönen Sandstrände (wer's braucht), der unmittelbar dahinter beginnende feuchte, grüne Dschungel und die größtmögliche Nähe (60km) zu den Similan-Inseln, einem der besten Tauchgebiete in Thailand (sagt man).
Ein Großteil der Infrastruktur ist natürlich auch schon auf Touristen zugeschnitten (Andenkenkitsch-Buden, Maßschneidereien, Tauchbasen, Pickup-Taxis, Elefantenreiten,...). Aber das ist im Moment noch in einem schüchternen und erträglichen Rahmen. Baustellen für neue Hotels sind allerdings allerorten zu sehen. Nachtbars und Diskotheken haben wir noch nicht entdeckt. Also noch ein, zwei Jahre....:-((

Strand bei Flut Die allgegenwärtigen meist mobilen Stände mit sehr gutem vielfältigen Essenangebot sind übrigens durchaus nicht (nur) für die Touristen gemacht, sondern fester Teil des einheimischen Lebens.
Als Tourist kann man sich da ein perfektes Menü zusammenstellen, indem man an dem Stand die Hors-d'œuvres, am nächsten die Hauptgerichte und am 10. die Desserts nimmt und sich so durch den Ort frißt ;-). Und preiswert ist es wirklich!
Der Stand für's Dessert, Bananen-Eierkuchen, mmmh!

Generell ist das Preisniveau für alles, was von Thais geboten oder in Anspruch genommen wird, sehr niedrig (Beutelsuppe 5 THB, 1l Super 17 THB, 1 Tag Moped ausleihen 180 THB,... 1EUR = 45 THB). Wo die Leistungen nur für Touristen sind (Elefantenreiten,...) oder von ausländischen Anbietern stammen (Tauchen, Autoverleih,...), sieht die Sache schon deutlich anders aus. Man kann das aber auch günstiger und "abenteuerlicher" bekommen, wenn man sich statt an die großen Anbieter, die im Hotel werben, an die Einheimischen direkt wendet. Wir sind z.B. mit dem Moped aufs Land zur Elefantenstation gefahren und haben uns ohne Reiseleiter durch den Dschungel schaukeln lassen. An einem küstennahen Wrack sahen wir auch Taucher, die sich irgendwo volle Flaschen besorgt hatten und mit dem long tail boat eines Fischers zum Wrack geschippert sind. Dazu waren wir denn doch zu träge. Das eventuell größere Risiko (Haftpflicht, Versicherung,...) muß sowieso jeder für sich abschätzen.

Vom Kokospalmenhain in die Sümpfe Elefantentrampelpfad Wasserfall im Dschungel Vom Nationalpark in die Bucht von Khao Lak

Geld zu beschaffen (aus eigenen Quellen!) ist kein Problem. Selbst in dem Nest Khao Lak gibt es x Wechselstellen, die sich vom Kurs her geringfügig unterscheiden und auch einen(?) Automaten, wo man mit der EC-Karte Geld ziehen kann (gegenüber Basis Sea Bees).
Das Telefonieren mit Handys scheint problemlos zu sein (nur vom Hörensagen, keine Ahnung, welche Netze).
Internetzugang und Email wurden an mehreren Stellen preiswert angeboten (30 Minuten 1 Euro) und funktionieren auch.
Filme konnte man vor Ort entwickeln lassen (keine Ahnung, wie die Qualität ist).
Ein Lädchen, das Flashcards oder direkt von der Digitalkamera einliest und z.B. auf CD brennt, haben wir allerdings nicht gefunden.

Wenn Ihr eine(n) nichtauchende(n) PartnerIn mitlocken müßt, hilft vielleicht noch folgendes Sahnehäubchen. Man kann da in Läden gehen, sich aus einer Riesenauswahl einen Stoff (Textilie!) auswählen, in der allerneuesten Modezeitschrift auf ein Designermodell tippen (So will ich aussehen!), sich ausmessen lassen, nach 24h und nach 48h wiederkommen und das Designermodell mitnehmen, Tatsache! Der Preis wird Euch natürlich erschrecken, 68 Euro für ein zweiteiliges Kleid! Da hatten wir nicht mal mehr Lust zum Handeln.

Verarztet von Sammetpfötchen!Ein Pluspunkt der Destination Khao Lak (verglichen mit einem Küstenhotel in Ägypten) ist für uns das Hinterland. Man kann (in den tauchfreien Zeiten) durch Dörfer, Städtchen und die Landschaft streifen (Moppett fahrn ;-)) und die Seele baumeln lassen. Wir sind dabei immer auf freundliche und hilfsbereite Menschen gestoßen, bei denen wir uns jederzeit sicher gefühlt haben.

Ach, überhaupt Moppett fahrn! Weit vor den zahlreichen pick up cars ist das kleine Ding nationales Beförderungsmiitel Nummer 1, das brutalstmöglich ausgenutzt wird. Wir haben Mopeds gesehen, die vier Thais trugen oder die mit Kastenbeiwagen einen ganzen Essenstand beförderten. Da sie an jeder Ecke quasi ohne Formalitäten (nur Hotel und Zimmernummer sagen, kein Paß, keine Fahrerlaubnis) sehr preiswert (etwa 4 Euro pro Tag) leihweise zu haben waren, war sowas auch unser Beförderungsmittel (immerhin 6 km zum einsam gelegenen Hotel). Natürlich haben wir uns damit auch mal auf die Schn---ute gelegt (Linksverkehr, Rechtskurve, Rollsplitt,...) und an Arm, Bein und Moped ein bißchen Bast abgescheuert. Das war aber gleich wieder Gelegenheit, spontane Hilfsbereitschaft, die nicht auf Bakschisch aus war, und das thailändische Gesundheitswesen kennenzulernen ;-))

Hotel
Im Katalog hatten wir das Theptharo Lagoon Beach Resort ausgewählt. Hätten wir vorher gewußt, daß es 6 Kilometer vom Ort weg ist, hätten wir wohl ein anderes vorgezogen. Aber mit dem Abholservice der Tauchbasis, dem Busshuttle des Hotels (in anderen Hotels durchaus nicht üblich) und unserem Moped wurde der Nachteil mehr als ausgeglichen, und der Rest war Spitze!

Lagune kurz hinter dem Strand Doppelbungalows auf kleinen Inselchen

Untergebracht war man in einem massiven Bungalow mit Klimaanlage, der als Pfahlbau in der üppig bewachsenen und gut gepflegten Lagunen-Landschaft stand, 100m vom Strand entfernt. Veranda, geräumiges einfach eingerichtetes Doppelzimmer mit Teakholzfußboden und eine Naßzelle mit Dusche und Riesenbadewanne waren unser kleines Reich, wo man von Nachbarn kaum etwas sah oder hörte. Irgendwo im Zentrum der Anlage war das Restaurant, in dem man Frühstück und Abendbrot bekam. Der klimatisierte Bungalow und das für die Seewinde frei durchlässige Restaurant ließen einen die tropischen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit problemlos ertragen.
In der Lagune hätte ich einiges an lästigem Ungeziefer vermutet, aber nur sehr wenige Mücken und Ameisen bedrohten unsere Pfirsichhaut. Das schob ich zunächst auf erheblichen Insektizideinsatz, aber es gab Fische in der Lagune und Schmetterlinge im Park. Auch bei unseren Spaziergängen im nicht kultivierten Dschungel haben wir keine Probleme mit Insekten gehabt.
Die gebuchte Halbpension wurde so geregelt, daß wir weitgehend freie Wahl (1 Vorspeise, 2 Hauptgerichte, 1 Nachspeise, Kaffee/Tee) in der reichhaltigen Speisekarte mit einheimischen und ausländischen Gerichten hatten. Das Essen war von hervorragender Qualität und immer frisch zubereitet, Pharaos Rache erreichte uns in Thailand nicht. Die nette Bedienung durch viele junge Leute war manchmal etwas konfus, aber wen stört das schon im Urlaub?
Ich würde trotzdem in Thailand nicht wieder HP nehmen, einmal, um die verlockenden Straßenstände besser nutzen zu können, zum anderen wäre das reine à-la-carte-Essen wohl preiswerter und vernünftiger gewesen, denn so hat man doch öfter nach dem Grundsatz gegessen "Lieber den Magen verrenken, als dem Wirt was schenken!". Gerichte und Getränke waren auch in diesem guten Restaurant sehr preiswert (Hauptgericht um 3Euro, 0,4l Bier 1,2 Euro).
Die Rezeption war immer von einer rührenden Hilfsbereitschaft, allerdings war das Ausfüllen von vielen Formularen und handschriftlichen Listen, obwohl um die Ecke mehrere Computer standen, sehr beliebt (auch an anderen Stellen zu beobachten). Die Nutzung von Safes war kostenfrei. Der Weckdienst klappte jedes Mal. Vor der offiziellen Zeit Frühstück zu bekommen, war kein Problem.

Tauchbasis und Tauchen
Daß wir in Khao Lak vom Bett nicht ins Hausriff abtauchen konnten, hatten wir ja glücklicherweise vorher in Erfahrung gebracht. Daß aber selbst da Schnorcheln an der Küste, auch in Felsennähe, bei diesem ideal erscheinenden Wasser sinnlos war, mußten wir dann vor Ort einsehen (praktisch keine Fische und schlechte Sicht!).

High Class Adventure in Khao Lak Benjamin, der Chef vons Janze

Für's Tauchen waren also Tages-Boot-Ausflüge zu den vor der Küste "nahegelegenen" Tauchspots angesagt, was wir dann auch zielstrebig in Angriff nahmen.
Der wesentliche Knackpunkt bei den vielen Angeboten neben dem Preis war der eingesetzte Bootstyp. Mit dem gemeinen Tauchboot, wie wir's von Ägypten kannten, braucht man gut 3 Stunden für die etwa 60km zu den Similan-Inseln. Dafür hat man (meist) Platz zum Ausbreiten und Umziehen, kann bequem schlafen, essen und mit den anderen schwatzen. Wichtig war auch der Sonnenschutz, man war immerhin über Mittags unterwegs.
Mit einem Speed-Boot, dem anderen möglichen Bootstyp, schafft man die Strecke in etwa 1,5h, aber es ist eng, unbequem und man wird mindestens 3cm kleiner ;-).
Das Ganze ist natürlich eine Temperamentsfrage und hängt eventuell davon ab, ob man nichttauchende Mitbürger nicht so lange allein lassen will/darf. Bei uns keine Frage, wir wollten's bequem und langsam, Nichttaucher warteten keine. Und das Sonnen auf dem Boot ist wegen dem Fahrtwind angenehmer als das Bruzzeln am Strand.
Tauchbasen findet man in Khao Lak schnell, mindestens zwischen zwei Maßschneidereien ist immer eine. Der Überfluß täuscht allerdings auch ein bißchen, einige Basen haben kleine Dépendancen in der Nähe großer Hotels, um Kunden abzufangen.
Wir verglichen mal kurz die Preise, fanden, daß BubbleBlue 4000 Baht und High Class nur 3000 Baht für den 2-dive-trip haben wollten (zzgl. Ausrüstung außer Flasche und Blei). Das sind immerhin stolze 67Euro, aber darin sind 9Euro Nationalpark-Gebühr, Frühstück und Mittagessen, Trinkwasser und der Transfer vom/zum Hotel, automatischer Transport der Ausrüstung von der Basis auf's Boot, Guide und die elend lange Bootsfahrt enthalten. Faul, wie wir (im Urlaub) sind, suchten wir nicht weiter, blieben bei High Class und haben's eigentlich nicht bereut. Die Leutchen waren nett, es gab einen kleinen last-minute-Rabatt von 100 Baht und später bei weiteren Buchungen die Verrechnung als Package.

Liegeplatz der Tauchboote im Hafen Mit ganzen 6 Tauchern an Bord auf zu den Similans! Anrödeln in aller Ruhe!

Früh 6.45 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt, oh Gott, und das im Urlaub! Dann ging's im nahegelegenen Hafen vom Pickup auf's Boot. Beim ersten Mal war's (für uns) die reine Sahne, nur sechs Taucher auf der Reefrunner, die zur Not 24 Taucher fassen kann. Beim letzten Mal hatten wir Pech, 25 Mitfahrer, davon 13 Taucher. Da ähnelte das Sonnendeck dann doch schon einer Sardinendose, ich schaffte es aber, im Schatten zu bleiben. Die anderen Male lag's dazwischen, aber mehr nach unten hin.
Nach dem Verstauen des Gerödels (jeder hatte seine Kiste von der Basis) und der Montage der Ausrüstung gab's erstmal Frühstück (Sandwiches), und dann war 3 Stunden Abruhen angesagt. Auf dem Sonnendeck war der Motorenlärm erträglich, so daß man sich auch mal mit dem bunten Völkergemisch an Board unterhalten konnte. Fischerboote, fliegende Fische, Delphine waren eine kleine Ablenkung. Vor Langeweile gestorben sind wir jedenfalls nicht, auch nicht auf der Rückfahrt, die uns manchmal erst gegen 19.00 Uhr wieder in den Hafen brachte, wenn es schlagartig dunkel wurde.
Kurz vor der Ankunft wurde dann jeder Tauchgang mit einem Briefing vorbereitet, das aber meist nichts Besonderes bot, da die TG sehr einfach waren. Immer an der Inselkante lang bis 50bar, dann aus 5m die Boje setzen, 5min Sicherheitsstopp und dann oben warten, bis das Boot kommt, k aum Strömungen und Möglichkeiten, sich zu verirren. Ein Guide war also eigentlich nicht nötig, war aber immer dabei. Die Jungs und Mädels müssen wohl schon so einiges an Urlaubstaucherlein erlebt haben.
Man konnte sich aber auch ohne saure Reaktionen erheblich vom Guide entfernen, nachdem die ersten Bekanntschaften gemacht waren.  Maximale Tauchzeit und -tiefe wurden vorgegeben, meist 60min und 30m, aber niemand entblödete sich, die Tauchcomputer zu kontrollieren. Es ging alles entspannt und ruhig zu, Ziel war, möglichst viel unter Wasser zu entdecken.

Similan x taucht am Horizont auf Das Boot liegt am Tauchplatz

Der erste Wahnsinnseindruck für uns war die Wassertemperatur, etwa 28°C von der Oberfläche bis 40m. Wir waren eine Stunde im Wasser und hatten keinerlei Kältegefühle! Wir sind im Shorty getaucht, aber mehr wegen mechanischem als wegen Kälteschutz.
Die Sicht war an den Similans meist zwischen 20 und 30m, zum TinMiner (Küstennähe) kommt dann noch was.
Schlimme Strömungen hatten wir an unseren Tauchplätzen nicht, es soll aber hin und wieder doch welche geben.

Das zweite Plus gegenüber unseren bisherigen Tauchgängen (nicht in den Volltropen) war der unwahrscheinliche Reichtum und die Vielfalt an Korallen. Wir sind durch wahre Korallengärten geschwommen (Spot: East of Eden), wie wir sie auch im südlichen Ägypten nicht in diesem Grade gesehen hatten.

Das dritte war das größere Getier. Vielleicht hatten wir im Roten Meer bisher Pech, aber hier sahen wir einen Manta, Leopardenhaie, Schildkröten, Seeschlangen, jede Menge Muränen, Steinfische und und ...

Ein Hobby-UW-Fotograf, Hermann Fuchs, der mit an Bord war, hat mir hier freundlicherweise Fotos zur Verfügung gestellt, damit's nicht bei einer dürren verbalen Beschreibung bleibt. Wer von seinen Bildern noch mehr sehen möchte, kann einmal in die Galerie schauen oder sich die Seite von den fitten Divern aus Vilshofen ansehen. Die Fotos sind übrigens in Khao Lak entwickelt worden.

Netzmuräne mit Durban-Tanzgarnele Leopardenhai

Martina & Mark Lothert, die auch mit uns getaucht sind, haben netterweise auch eine Auswahl ihrer Fotos geschickt (siehe die nächsten beiden). Weitere Fotos von ihnen habe ich in einer zweiten kleinen Galerie zusammengefaßt.

1snapperall.jpg (63136 Byte) 1wasserkobra.jpg (40519 Byte)

Aber weiter zum Tauchen ....
Nach dem ersten TG gab's gegen 12.00 Uhr Mittag, ein einfaches schmackhaftes Thai-Gericht und Melone und Ananas bis zum Abwinken, und der Platz wurde gewechselt. Die leeren Flaschen wurden gleich an Bord gefüllt (Lärm erträglich).
Die Basis verwendet übrigens 12-l-Aluflaschen mit INT-Anschluß. Man braucht also normalerweise für den eigenen Regler einen Adapter, den wir ausgerechnet dieses Jahr erstmalig zu Hause gelassen hatten, weil er nie nötig gewesen war. Aber die Basis hilft gegen einen Miniobulus aus.
Wir hatten sonst unsere eigene Ausrüstung mit, so daß ich über die Qualität der Leihausrüstung nicht viel sagen kann. Blitzneu sah sie nicht aus, aber das ist wohl auch nicht immer nötig. Eimal sprudelte ein Leihjacket munter vor sich hin, weitere Probleme habe ich nicht bemerkt. Bei kleinen Problemen mit eigener Ausrüstung, die ein Kollege hatte (0-Ring def), wurde vom Guide schnell geholfen. Auch die "Versorgung" mit Antispuck-Pillen klappte an Bord problemlos.
Nach einer Pause von etwa einer Stunde (wer wollte, konnte schnorcheln) ging's dann zum zweiten Mal ins Wasser und danach mit Volldampf nach Hause.
An einem Tag haben wir auch mal einen 3-dive-trip gemacht. Die Tauchgänge waren natürlich auch schön, es entstand durch die relativ kurzen Pausen zwischen den TG aber doch ein bißchen Streß, und die TG waren zu kurz (40min) und zu flach (max. 20m). Da das Wochenprogramm aber langfristig feststand, konnte man sich herauspicken, wann man mit High Class und wann vielleicht mit einer anderen Basis taucht.
Similan-Landschaft
Ein beeindruckender Tauchgang war noch der am TinMiner, dem Wrack eines Blecheimers, der früher zur Zinngewinnung eingesetzt und dann versenkt wurde. Die Fahrt dorthin geht nur etwa 1,5h die Küste entlang nach Norden, und das Boot ankert bequem an einer Boje. Das Wrack liegt in reichlich 20m Tiefe und ist für die Tierwelt ein künstliches Riff geworden. Alle Fische der Umgebung scheinen sich hier zu versammeln, da sonst nur kilometerweit Sandgrund ist. Man schwebt am Bojenseil herab in eine wahre Fischsuppe, wohin man sieht, interessantes Getier. Leider ist die Sicht auch nicht viel besser als in Boullion, aber so konzentriert man sich wenigstens auf seinen Gesichtskreis. Aus jedem Löchlein guckt eine kleine Muräne, Steinfische laden zum Anfassen ein, die Rotfeuerfische drängeln sich unter den Überhängen, und ein Leopardenhai schläft dicht neben dem Taucher, wow! Eindringen kann man kaum in das Wrack, drinnen herrscht ein wildes Durcheinander von Stahlteilen. Die beiden Tauchgänge am TinMiner werden mir unvergeßlich bleiben!

Da wir am nächsten Tag fliegen mußten, sind wir zu unserer letzten Ausfahrt "nur" als Schnorchler mitgefahren (2200 Baht all inclusive), was sich durchaus auch gelohnt hat. Während die Taucher UW waren, haben wir direkt zwischen den Felsen der Küste zwei 1-stündige Schnorcheltouren gemacht, natürlich auch von einem Guide umsorgt ;-), die sowohl im Flachbereich mit viel Bewuchs und buntem Kleingetier als auch im 20-m-Bereich wegen der perfekten Grundsicht Klasse waren.
Außerdem konnten wir bei der Gelegenheit die weltbewegende Neuheit ;-), den Power Snorkel, bewundern (mitschwimmender akkubetriebener Kleinkompressor mit langem Schlauch und 2. Reglerstufe am Ende), der allerdings von einem "Fremdunternehmen"  in eklatanter Unfähigkeit an zwei Opferpaaren zelebriert wurde, wie man zur Ehrenrettung unserer Basis betonen muß.

Tja und damit war Tropentauchen schon passé, und wir kehren in die heimischen Steinbrüche zurück (aber erst ab Mai!).

Fazit
Alles geht einmal zu Ende!Das Tauchen in Thailand war für uns durch die tropischen Bedingungen eine beeindruckende neue Erfahrung. Beim nächsten Mal sollte man vielleicht einen Teil des Urlaubs auf einem Safariboot verbringen, weil damit "mehr tauchen" ohne die langen Anfahrten möglich ist, und den Rest der Zeit für die Besichtigung des Landes nutzen.
Mit den Leistungen von High Class Adventure waren wir durchaus zufrieden und können sie weiter empfehlen. Es hat immer alles geklappt, war angenehm und mit wenig Streß und Bevormundung. Die fette Sardinenpackung auf dem Boot nach einigen mageren Fahrten kann man geschäftlich schon verstehen. Aber Achtung, zuviel zerreißt den Sack, wie mein Opa sagte!
Die Bedingungen beim Flug und im Hotel waren nahezu perfekt, und irgendwie sind unsere Erwartungen wohl übertroffen worden.
Die natürliche Hilfsbereitschaft von uns in keiner Weise verpflichteten einfachen Menschen in Thailand hat uns tief berührt.


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