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Dietmar Strey
posamentierte in de.rec.sport.tauchen  hübsch die verschiedenen
Jacket-Typen
auseinander:

Bei den Auftriebs- und Tariermitteln unterscheidet man im wesentlichen vier verschiedene Typen:
Das wohl gebräuchlichste ist das   ADV(-Jacket),
wobei ADV für Adjustable Diving Vest steht. Die Auftriebskörper liegen hierbei vor allem unterhalb der Arme und seitlich am Bauch.

ADVs haben den Vorteil, dass sie in der Regel individuell einstellbar sind, haben aber oft ein vergleichsweise geringes Volumen.
.


SeitenanfangGrößeres Volumen und somit mehr Auftrieb bieten die meisten Stab-Jackets,
wobei "Stab" die Kurzform von "Stabilizing" ist. Der Vorteil dieser Jackets besteht in einer umlaufenden Blase, so dass sich die enthaltene Luft immer zum höchsten Punkt bewegen kann.
Stabi-Jacket Sie sind daher sehr angenehm zu tauchen, lassen sich aber wegen der innen liegenden Bebänderung etwas umständlich an- und ausziehen.


Rettungs- und Tarier-Weste Einfacher geht das mit einer
Tarierweste,
häufig auch als "Klodeckel" bezeichnet, denn sie erinnert in der Form tatsächlich stark an einen solchen, siehe Bild links (eher an eine Klohbrille ;-)).
SeitenanfangUrsprünglich als Rettungsmittel gedacht, wird sie auch bisweilen zum Tarieren eingesetzt. Eher etwas für das taucherische Urgestein, wenngleich es noch immer genügend Leute gibt, die darauf schwören (insbesondere, weil eine solche Weste die einzige Schwimm- und Tarierhilfe ist, die an der Oberfläche wirksam das Ertrinken bei Bewusstlosigkeit verhindern kann).
Gefaltete Rettungsweste für minimales Volumen

SeitenanfangGenau das Gegenteil tun
Wings,
denn diese bringen den Taucher bauartbedingt tendenziell in eine waagerechte Schwimmlage. UW hat dies durchaus seine Vorteile. Ferner zeichnen sie sich durch im Regelfall besonders großes Volumen aus. Es gibt sie in Form von fest montierten Jackets oder als wechselbare Blasen verschiedener Größe, die auf ein Harness/eine Rücken- platte geschraubt werden
Wing  

Wings verdanken ihren Namen der Form der Auftriebskörper, die seitlich die Flasche(n) umgeben und dann eben aussehen wie Flügel

Wingblasen gibt es in Ring- (donut) oder Hufeisen (horse shoe) -Form, also wie ein O oder ein umgekehrtes U. Welches besser/vorteilhafter ist, darüber streiten sich die Geister, jeder liebt das, was er hat. Also hilft nur ausprobieren. Hier wird das auch nochmal diskutiert.

Ballast-System

 

 

Tariersysteme haben natürlich auch eine historische Entwicklung genommen.
Die eine Linie war der oben genannte Tarierkragen, der zunächst aber nur als Auftauchhilfe und Rettungssystem an der Oberfläche gedacht war. Dann kam man auf die Idee, dass man damit auch tarieren könne.

Klick auf beide Bilder zeigt größere Abbildungen!
Hard shell BC
Parallel versuchte man, das Tarieren unter Wasser in den Griff zu bekommen und guckte beim U-Boot ab, starre Tanks, die mit Wasser geflutet bzw. wieder leer geblasen wurden.  Der schlaue Gedanke, die Tanks mit der flexiblen Blase zu kombinieren, führte dann zu den diversen Jackettypen, voilà!

Und der Inflator steuert das Gas in die Blase rein und wieder raus

Ablasskopf Inflatorkopf

Ablasskopf - Verbindungsstück zwischen Jacket-Blase und Faltenschlauch,
von Tekkies gern als unnützes, ausfallgefährdetes Teil gegen ein einfaches Knie ausgetauscht,

SeitenanfangAm anderen Ende des Faltenschlauches - der Inflatorkopf,
Verbindungsteil zwischen Inflatorschlauch und Faltenschlauch,

Jacket mit CO2-PatroneAuch das gab's mal, eine CO2-Patrone zum schnellen Aufblasen des Jackets.

Damit geht's unaufhaltsam nach oben!

Inflator mit Schnellablaß am oberen Ende
Der Ablass wird durch Ziehen am Inflatorkopf geöffnet (Stahlseil im Faltenschlauch). Diese Ausführung wird von technischen Tauchern nicht gern gesehen (auch nicht DIR-konform), da der Ablass eine zusätzliche Fehlerquelle darstellt und eigentlich unnötig ist. Sie setzen das einfache Knie unten ein.



Inflator ohne Schnellablass

Krümmer für den Inflator an der Jacket-Blase

Einfaches Anschluss-Knie
für den Inflator an die Jacket-Blase

Sieht aus wie'n Autoreifen-Ventil

Einsätze für das Inflatorventil mit Montagewerkzeug

verschiedene Ventileinsätze
Fixierung Inflatorschlauch

Mögliche Fixierung des Inflatorschlauchs
Anschluss-Knie

Zusätzlich fixiertes Anschluss-Knie
SeitenanfangWartung eines Inflators

Besonderheiten von Wings

Matthias V. schrieb in de.rec.sport.tauchen auf Text von Friedhelm H.:

> Das Wings ist innen mit einem LKW-Schlauch gegen Punktion verstärkt und der Inflator gegen diskonnektieren
> (Uiih, ich denke, er meint abreißen ;-) geschützt.
> Ein gutes kommerzielles Beispiel ist hier das Halcyon-Wing oder ein modifiziertes Dive-Rite Classic.
> Die OMS-Wings oder die DiveRite SuperWings sind hier weniger geeignet,
> da damit in dieser Konfiguration keine gute Schwimmlage zu erzielen ist.

Der LKW-Schlauch "schient" gewissermassen auch die Blase.
Die benimmt sich dann hydrodynamisch besser.
Bei vielen  Blasen flappen die Enden hoch, dann ist es schwierig, die Luft rauszubekommen.
Ein längs gelochter relativ weicher Schlauch (ND, ca. 12mm), von links unten nach rechts unten laufend, kann hier auch helfen.

> Ist die Schwimmlage nicht von der Gewichtsverteilung insgesamt abhaengig?
Klar, aber auch davon, wie die Blase rumwabert oder nicht.

SeitenanfangMichael W. schrieb ebenfalls dazu:

> 1. im Zeitalter der 2 schaligen Wings ist das nicht mehr wirklich notwendig (der Autoschlauch).
Sie waren vorher schon zweischalig, aber eben nicht so "dick und unkaputtbar".  Schaden tut es nichts und stabilsiert die Wings ein bissl, einige moegen das.

> 2. Schlechtere Tauchlage OMS und aehnliches bezog sich auf die Bungees. Stimmt das so ?
Ja, mir liegt aber der wukstige Schnitt auch nicht so ganz und ebenso  die vielen Schnellablasse mit denen ich alleine 3 Beinaheunfaelle  miterlebt habe in Verbindung mit den Bungees.

> Warum habe ich die Bungees noch dran?? Ich habe die Befuerchtung das sich dann noch schneller die Luft nur auf eine Seite verteilen koennte, wenn ich mich mal in der Horizontalen drehe (ist nur meine Theorie und noch nicht ausprobiert.)
Man WILL seine Luft asymetrisch verteilen koennen. Hast Du dann eine Schraeglage nach links, so drehst Du dich einmal nach rechts und dann passt es wieder. So kannst Du unter Wasser jede lage einnehmen die Du magst, oder asymmetrische Lasten gut kompensieren.


Patrick B. schrieb 2004 in tec-tauchen-de zur Trimmung mit leeren Stages

>> Wenn es mich seitlich etwas dreht, strömt die Luft vom Wing auch noch in genau diese Seite, was die Schieflage noch
verstärkt.

> Diesen Effekt nutzt man aus, um eine Schräglage zu kompensieren, man dreht sich einmal aktiv gegen die "Schräglage", das Gas im Wing verteilt sich um und gleicht die Schräglage aus.
> Micha

Das hieße in der Praxis - Du spürst etwas Zug, richtest Dich etwas aus der Horizontalen. Dann strömt die Luft über die Schulter in die gewünschte Seite. Und nachdem Du Dich wieder flach legst, ist diese Verbindung mehr oder weniger abgetrennt und die Schwimmlage wird beibehalten.


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letzte Änderung: 29.01.2015

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