altes.tauchen.seveke.de -> Technik --> Meine Regler ---> Scubapro Air I   (2. Stufe)

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Mein Hauptinteresse gilt ja eigentlich Kompaktreglern. Aber ein kenntnisreicher Sammler empfahl mir den Air I von Scubapro als lohnenswertes Bastel-Objekt und ein anderer schenkte mir ein lange nicht mehr genutztes Exemplar.

Der Air I (produziert 1979-90) ist der Vorgänger von D300, D350 und D400 bei ScubaPro und gilt als einer der am leichtesten zu atmenden Mundregler überhaupt, aber auch als schwierig einzustellen und zu warten.
In beiden Eigenschaften wird er nur noch von seinem Vorgänger im Geiste, dem Pilot, übertroffen. Der Pilot wurde von einem Ingenieurstudenten in einer Projektarbeit entworfen und arbeitete mit einem Pilotventil, das einen sehr geringen Atemwiderstand bei hoher Luftlieferleistung ermöglichte.
Darth VaderDer Air I wurde dann der Nachfolger des Pilot, mit einem Glasfiber - Gehäuse statt des verchromten Messings des Pilot und einem pneumatisch balancierten statt des pilotventilgesteuerten Ventils. Er war damit zwar einfacher zu warten und einzustellen, fiel mit seinem Konzept aber immer noch aus dem Rahmen der üblichen Reglerventile. Pilot, Air I und die D-Serie waren die einzigen 2. Stufen mit einem vertikalen, zylindrischen Ventil. Dies ist beim Air I (fast) genauso wie das seiner Nachfolger aufgebaut, aber die Hauptmembran ist auf der Rückseite des Gehäuses, also auf der Mundstück-Seite.
Form und Farbe des Air I brachten ihm den Spitznamen ''Darth Vader'' ein, den auch seine Nachfolger erbten.

Pilot  - 1977-79, Pilot-Ventil, verchromtes Messing,
Air I  - 1979-90, pneumatisch balanc. Ventil, Fiberglas-Gehäuse,
D300 - 1986-90, Ventil des Air1, Hartgummi-Gehäuse,
D350 - 1991-93, überarbeitetes Ventil und Hebelsystem,
D400 - 1994-2002, nochmal überarbeitetes Hebelsystem.

Air I von vorn

Pilot - der Vorgänger D300 - der Nachfolger

Vorgänger: Pilot

Nachfolger: D300

SeitenanfangBeim Air I gibt es keine separate Ausatemmembran. Das Ausatmen erfolgt, indem sich der Rand der Hauptmembran anhebt. Durch die große Fläche der Membran und die entstehende weite Öffnung geht das Ausatmen sehr leicht. Die Gefahr des Eindringens von Wasser ist aber auch relativ hoch.
Querschnitt D400

Querschnitt durch den Nachfolger D400
Man denke sich die Hauptmembran gespiegelt und den Kolbenblock mit Metall- statt Plastikabdeckung und hat annähernd den Querschnitt durch den Air I

Seitenansicht des Air I
Gut erkennbar sind die breiten Ausatemschlitze, hinter der die Hauptmembran 30 liegt.

Sicht vom Mundstück aus
Man sieht die beiden Stutzen für den MD-Schlauch. Der Air I kann also rechts oder links getragen oder gar von zwei ersten Stufen gespeist werden.


Das Kolbensystem vom D300/350/400 soll im Air I passen und ist von SP noch zu bekommen. Ich habe mir nur den 0-Ring-Satz vom D400 besorgt und konnte damit alle wesentlichen 0-Ringe im Air I ersetzen, was auch nötig war.

Demontage
Der Regler ist vorn durch den äußeren Gehäusedeckel 26 verschlossen, der mit seinen 4 Nasen in Aussparungen des inneren Gehäusedeckels mit Hilfe des 0-Rings 27 arretiert. Nach Drehung von 26 gUZ kann man 26 und 27 entnehmen. Danach bietet sich das Bild unten rechts.
Der innere Gehäusedeckel ist normalerweise in die Gehäuseschale eingeklebt, was für den Zugang zur Hauptmembran und zum Hebelsystem nicht besonders günstig ist (Buddelship-Erfahrung erforderlich). Da der meinige ohnehin beschädigt war, habe ich den Ring entfernt und durch einen selbst gefertigten (mit Kreisschneider) ersetzt, der aber nicht eingeklebt sondern mit zwei Schrauben befestigt wurde. So kommt man problemlos an die darunterliegenden Teile.

SeitenanfangDie Hauptmembran wird beim Air I über etwa 25% des Umfangs durch eine Metallklammer 28 festgehalten (mittleres Bild), die wiederum in den inneren Gehäusedeckel einrastet. Die Membran 30 ist bei Demontage und Montage relativ stark gefährdet (vor allem mit eingeklebtem Gehäusedeckel). Neue sind aber nicht mehr zu bekommen, da diese zweite Stufe von ScubaPro nicht mehr unterstützt wird. SP empfiehlt, den Air I zu entsorgen, da der D400 gleiche Qualitäten aufweisen würde.
Die Hauptmembran aus Silkon ist wirklich relativ kompliziert aufgebaut und weist eine funktionsrelevante innere Spannung auf, die man mit einem einfachen Nachbau wohl nicht erreichen kann.

Im Zentrum ist die Membran schwimmend über eine verstellbare Schraube 31&33 mit dem Kipphebel verbunden. Die Stellschraube trägt noch einen breiten Ring, der ggf. auf der PreDive-Feder aufliegt, wodurch die Absenkung der Membran und damit die Ventilöffnung behindert wird.
Wenn man die Stellschraube etwa 45° kippt, kann man sie aus dem Kipphebel aushängen und samt Membran entnehmen.
Nun sieht man den Kipphebel und das Ventil mit Stellschraube. Diese Madenschraube und die Stellschraube 33 sind die beiden Einstellmöglichkeiten des Reglers.
Wenn man nun den Ventildeckel mit der Feder herausschraubt, kann man das Ventil und den Kolben entnehmen, reinigen und die 0-Ringe ersetzen.

Montage
Da ich keine Einstellvorschrift für den Air I habe, wurde nach Gefühl eingestellt. Es bedurfte allerding eines Probetauchgangs, damit er nicht zu empfindlich war.
Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge zunächst bis zum Kipphebel. Die Madenschraube bestimmt das Spiel des Kipphebels und damit das Ansprechverhalten des Reglers. Man solte durchaus ein merkbares Spiel zulassen, damit der Regler nicht bei kleinstem Unterdruck Luft liefert.
Dann wird die Membran mit Stellschraube eingesetzt. Diese wird so verstellt, dass die Membran nicht in der unteren Lage hängen bleibt und sich bei stärkerem Einatmen am Rand nicht wellt, was Wasser eindringen lassen würde.
Das Verstellen der beiden Schrauben ist etwas sehr gefühlsbetont, aber ich kann es bisher nicht besser beschreiben.

Das Ergebnis war jedenfalls verblüffend, sowie man nur den kleinsten Versuch macht, an Luft zu denken, kommt sie mit überbordender Fülle. Die Flasche ist bestimmt wesentlich früher leer als bei meinen sonstigen Saugnäpfen. Aber das muss ich noch in Ruhe erproben.


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Letzte Änderung: 09.11.2014 Seitenanfang