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Der einstufige Regler

einstufiger ReglerZwei topfförmige Gehäuseteile (Teile 1 und 6) werden durch einen Spannring (Teil 3) miteinander verbunden. Eine sehr elastische Gummimembran (Teil 2), deren Mitte durch eine Metallscheibe verstärkt ist (biegesteifes Zentrum), trennt den Gehäuseinnenraum in einen Ober-und Unterraum. Im Unterraum sind die beiden Hebel (Teile 4 und 12) in den Dreh-punkten A und B schwenkbar gelagert. Am Hebel 12 ist im Punkt C der Ventilstößel (Teil 11) aufgehängt, der durch die Düse (Teil 7) auf den beweglichen Ventilstein (Teil 8) drückt. Dieser Ventilstein wird zunächst durch die Schließfeder (Teil 10) auf den kegligen Ventilsitz der Düse gepreßt und versperrt damit der Luft den Weg, die durch ein Filtersieb (Teil 9) in den Schließfederraum einströmen kann. Mit dem Unterraum des Reglers ist der Einatemschlauch (Teil 5) fest verbunden, während im Oberraum des Reglers der Ausatemschlauch (Teil 13) im Entenschnabelventil (Teil 14) mündet.

Die Funktion des Reglers:

Beim Eintauchen in das Wasser dringt über die Gehäusebohrungen des Oberteils Wasser in den Oberraum ein und umspült die Membranoberseite und das Entenschnabelventil, das das Eindringen von Wasser in den Ausatemschlauch verhindert. Da im Ober- und Unterraum gleicher Druck herrscht (Luftdruck = Wasserdruck), stehen die Hebel in der Ausgangslage (Bild 7). Es fließt keine Luft.

Durch das Einatmen erzeugt der Taucher im Einatemschlauch und damit im gesamten Unterraum des Reglers einen relativen Unterdruck gegenüber dem Druck des Wassers über der Membran. Diese Druckdifferenz dp wirkt hauptsächlich auf das biegesteife Zentrum As der Membran und erzeugt damit eine Druckkraft F = dp * As. Diese Kraft wird vom Hebelsystem verstärkt und vom Ventilstößel auf den Ventilstein übertragen. Ist sie größer als die Schließkraft der Schließfeder, so wird die Schließfeder zusammengedrückt, wodurch wiederum der Ventilstein vom Ventilsitz abgehoben wird. Das Ventil ist damit geöffnet. Folglich strömt die Luft aus dem Vorratsbehälter in den Unterraum des Reglers und von dort aus über den Einatemschlauch und das Mundstuck zur Lunge des Tauchers. Da die unter hohem Druck stehende Vorratsluft die sehr enge Düse passieren muß, verringert sich ihr Druck erheblich (Drosselwirkung der Düse) (hierzu Bild 8).

Einatemvorgang einstufigDie Luft strömt so lange durch das geöffnete Ventil, solange der Taucher durch das Einatmen den relativen Unterdruck dp aufrechterhält. Bei Beendigung des Einatemvorgangs verschwindet dieser Unterdruck, wodurch die Kraft, die das Ventil geöffnet hält, ebenfalls Null wird. Damit kann die Schließfeder den Ventilstein wieder auf den Ventilsitz pressen, und die Luftzufuhr in den Unterraum wird unterbrochen. Der Ventilstein hat dabei gleichzeitig über den Ventilstößel das Hebelsystem in die Ausgangslage zurückgebracht (Bild 7). Durch den Einatemschlauch gelangt die Einatemluft ins Mundstück (Teil 15) und von dort aus zur Lunge des Tauchers. Die Ausatemluft wird während der Ausatemphase über das Mundstück, den Ausatemschlauch und das Entenschnabelventil ins Wasser ausgeatmet. Um das Eindringen von Wasser zu verhindern und zur Verringerung von ausatemluftgefullten Toträumen sind Atemschläuche und Mundstück mit dem im Bild 9 dargestellten Ventilsystem versehen.

Beim Einatmen hebt sich das Einatemventil (Teil 16) durch den relativen Unterdruck dp vom Ventilsitz ab und läßt die Luft über das Mundstück zur Lunge des Tauchers strömen. Das Ausatemventil wird durch den gleichen Druck dp auf den Ventilsitz gepreßt und versperrt somit der im Ausatemschlauch noch enthaltenen Ausatemrestluft den Weg ins Mundstück. Auf diese Weise wird ein Einatmen von Ausatemluft verhindert. Durch das geschlossene Entenschnabelventil (Teil 14) kann kein Wasser in den Ausatemschlauch eindringen. Beim Ausatmen dagegen öffnet sich durch den zum Ausatmen notwendigen Überdruck das Ausatemventil, wodurch die Ausatemluft in den Ausatemschlauch und zum Entenschnabelventil strömt. Dieses Ventil wird durch den inneren Überdruck ebenfalls geöffnet, so daß die verbrauchte Luft ins Wasser entweichen kann. Das Einatemventil wird vom Überdruck auf den Ventilsitz gepreßt und verhindert damit das Einströmen verbrauchter Luft in den Einatemschlauch. Im Mundstück oder Ausatemschlauch eventuell vorhandenes Wasser wird durch die Ausatemluft sicher entfernt. Zur Verhinderung des Knickens sind die Atemschläuche nicht glatt, sondern als Faltenschläuche ausgeführt. Einatem- und Ausatemventil sind einfache Tellerventile aus Gummi, die auf einem durchbrochenen Ventilsitz aufliegen.

Die Atemschläuche sind meist nicht fest, sondern über eine gedichtete Verschraubung mit dem Regler bzw. dem Mundstück verbunden. Sie können bei Wartungsarbeiten somit ohne weiteres von diesen getrennt werden, wodurch gleichzeitig die Ventile zugängig werden.

Vorteile des einstufigen Reglers:

- äußerst einfacher Aufbau auf Grund der geringen Anzahl an Bauteilen,
- hohe Betriebssicherheitdurch wenige störanfällige Stellen,
- billige Herstellbarkeit,

Nachteile des einstufigen Reglers:

- durch die direkte Einwirkung des Flaschendrucks auf den Ventilstein ändern sich mit fallendem Flaschschendruck sämtliche Kraftverhältnisse
  im Regler und damit sein Einatemwiderstand,
- große Abmessungen,
- Erhöhung des Atemwiderstandes durch Atemschläuche und Ventile,
- sorgfältige Wartung der Gummiteile ist erforderlich.

Einsatzgebiet des einstufigen Reglers:

Infolge seiner einfachen Bauweise und der geringen Herstellungskosten wurde er in der Zeit von 1950 bis 1965 meist als Standardtyp am DTG benutzt. Er wird zur Zeit aber in zunehmendem Maße durch andere Reglerprinzipien verdrängt.

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