Altes Tauchen -> Altes --> 1-Schlauch-Automat Hydromat 66

HENDRIK KORN, VEB Medizintechnik Leipzig, POSEIDON 4/1970


Der VEB Medizintechnik Leipzig entwickelte einen zweistufigen Einschlauch-Lungenautomaten, der vornehmlich für Sporttaucher konstruiert und schon bei einigen internationalen Wettkämpfen sowie den Meisterschaften der DDR erfolgreich eingesetzt wurde.
Mit dem Hydromat66 können die ebenfalls weiterentwickelten Ein- bis Dreiflaschenpakete der Druckluft-Tauchgeräte 62004 bis 62006 ausgerüstet werden. Die Kombinationen der genannten Flaschenpakete mit dem neuen Einschlauchregler erscheinen voraussichtlich noch in diesem Jahr. Die Bezeichnung der Geräte lautet dann:
Hydomat 66
draeger secor200Druckluft-Tauchergerät Hydromat-62024 (mit Einschlauchregler 62017), Ausführung mit einer 7-l-Druckluftflasche; 1400l Atemgasvorrat

Druckluft-Tauchgerät Hydromat-62025 (mit Einschlauchregler 62017), Ausführung mit zwei 7-l-Druckluftflaschen; 2800l Atemgasvorrat (siehe Bild1)

Druckluft-Tauchergerät Hydromat-62026 (mit Einschlauchregler 62017), Ausführung mit drei 7-l-Druckluftflaschen; 4200l Atemgasvorrat.

Die Geräte Hydromat 62027 bis Hydromat 62029 werden weiterhin mit dem Lungenautomaten der Druckluft-Tauchergeräte 62004 bis 62006 ausgerüstet, der Regler ist ebenfalls verbessert worden.

Postwendisches p.s.
Es gibt da ja Stimmen, die dem Hydromat 66 ein enges (west)verwandschaftliches Verhältnis zum Dräger Secor 200 nachsagen, um nicht zu sagen, vorwerfen.
Aber dem können wir uns hier natürlich nicht anschließen, schon wenn man die Hintergründe betrachtet:
Der Ostregler auf hartem Granit, der West-Regler auf weichem Linnen, nicht vergleichbar ;-)))

SeitenanfangAufbau und Wirkungsweise des Einschlauchreglers 62017

Der Hydromat 66 ist ein zweistufiger Regler. Die Verbindung zwischen dem Druckmindererteil (am Flaschenpaket befestigt) und dem Mundstückventil wird von einem Niederdruckschlauch hergestellt. Dieser Druckschlauch ist flexibel und im Durchmesser klein gehalten. Durch die Wahl einer geeigneten Konstruktion sind die Atemwiderstände des Schlauchreglers 6017 niedrig. Sie betragen bei einem mittleren Atemzeitvolumen von 30 l/min etwa 35 mm WS. Die Tauchtiefe beträgt 30m. Die Wirkungsweise des Reglers wird in der schematischen Darstellung näher erläutert.

Mit der bereits bekannten einfachen Handverschraubung (1) wird das Druckmindererteil des Einschlauchreglers an die Druckluftflaschen angeschlossen. Der 0-Ring (2) aus Gummi sorgt mit Hilfe des Druckes für eine selbsttätige Dichtung der Verbindungsstelle. Beim Einatmen durch das Gummimundstück (3) entsteht im Raum des Mundstückventils ein Unterdruck, der eine Bewegung der Membran in Richtung des Hebels (6) bewirkt. Hebel (6) wird unter der Wirkung einer Bügelfeder (7) fest gegen ein Ventil (8) gedrückt. Bei der Bewegung des Hebels wird das Ventil (8) durch Verkanten geöffnet und gibt den Atemgasstrom aus der Druckleitung (9) frei. Bei Beendigung des Einatemvorganges läßt der Unterdruck nach, der Hebel (6) zieht mit Hilfe der Schließfeder (7) das Ventil wieder in die Ausgangslage zurück und unterbricht damit die Atemgaszufuhr. Bei geöffnetem Ventil fällt der Druck in der Niederdruckkammer (9) und damit im Raum (10) des Druckmindererteiles ab, die Kraft der Stellfeder überwiegt und der Druckminderer wird über den Bolzen (12) und den Schließer geöffnet. Es strömt nun solange nach, bis ein Kräftegleichgewicht erreicht ist. Das Überdruckventil (14) verhindert ein Durchschlagen des höheren Druckes.

2hydromat66-a.jpg (43502 Byte)Druckkausgleich wird der Tauchtiefe entsprechend vom Einschlauchregler selbsttätig hergestellt.
Auf die Membran (5) wirkender Wasserdruck öffnet das Ventil (8) über den Hebel (6) solange, bis sich im Raum (4) und damit in den Atemorganen des Tauchers der Druck entsprechend  der Tauchtiefe eingestellt hat.
Die Ausatmung wird über das Ventil (15) und ein Ausatemrohr (16) durchgeführt. Ein Spülknopf (17) sorgt für zusätzliche Luftzufuhr und hilft, in den Raum (4) eingedrungenes Wasser zu entfernen.

Pflege- und Wartungsarbeiten sind entsprechend der Bedienungsanleitung des Gerätes sorgfältig durchzuführen, damit die volle Funktionsssicherheit und lange Lebensdauer gewährleistet werden können.

An dieser Stelle möchten wir allen Mitarbeitern am Einschlauchregler 62017 danken, besonders der Gesellschaft für Sport und Technik, die umfangreiche Erprobungen mit dem Regler durchführte.

  Altes Tauchen -> Altes --> Seitenanfang

Letzte Änderung: 02.01.15

Seitenanfang